Kindesmissbrauch in sieben Fällen

Sexueller Missbrauch von Kindern: Northeimer muss ins Gefängnis

Northeim. Das Landgericht Göttingen hat am Donnerstag einen 55-jährigen Mann aus Northeim wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und Herstellung von kinderpornografischen Schriften zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt.

Nach Ansicht des Gerichts hat sich der Angeklagte, der selbst sieben Kinder hat, in insgesamt sieben Fällen des Kindesmissbrauchs schuldig gemacht. Von einigen Taten hatte er auch Fotos und Videos angefertigt. Die beiden Opfer, zwei Mädchen im Alter von drei und sieben Jahren, kannte er aus seinem familiären Umfeld. Eines der Mädchen war eine Spielkameradin seiner Enkel.

Da der Angeklagte die Taten weitgehend eingeräumt hatte, blieb den Opfern eine Aussage erspart. Die Verfahrensbeteiligten mussten sich im Zuge der Beweisaufnahme in nicht öffentlicher Sitzung die von ihm gefertigten Videos von den Missbrauchstaten ansehen. Dies sei sehr belastend für alle Beteiligten gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Michael Kalde. Es bleibe eine große Beklemmung zurück, „über das, was da passiert ist und über die Haltung des Angeklagten.“

Angeklagter soll Frau seit ihrem achten Lebensjahr missbraucht haben

Der 55-Jährige hatte als Motiv angegeben, dass er eine Frau, zu der er angeblich eine Liebesbeziehung anstrebte, dadurch habe eifersüchtig machen wollen, dass er ihr die entsprechenden Missbrauchsaufnahmen zeigte.

Als das Gericht daraufhin die betreffende Frau als Zeugin vorlud, erzählte diese indes eine völlig andere Geschichte. Demnach soll der Angeklagte sie etwa seit ihrem achten Lebensjahr ständig missbraucht haben.

Er habe immer mehr gefordert und damit gedroht, Fotos von ihr zu verbreiten. Auch als sie mit ihrer Mutter in den Landkreis Holzminden umgezogen sei, habe er sie immer wieder besucht und weiter missbraucht, sagte die inzwischen 21 Jahre alte Zeugin. Erst vor zwei Jahren habe sie es geschafft, sich ihm zu entziehen.

Rubriklistenbild: © dpa

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