Appell an Vermieter und Bitte um Spenden

Ambulante Hilfe Northeim will Obdachlosen helfen

Mitarbeiter der Amulanten Hilfe Northeim vor der Gschäftstelle
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Sie bieten Hilfe für Obdachlose an: (von links) Sebastian Mascher, Julissa Apel, Caja Rusteberg und Lena-Marie Mros von der Ambulanten Hilfe Northeim.

Bundesweit sind bereits 17 Obdachlose erfroren.

Northeim – Angesichts der Corona-Pandemie und der aktuellen Wetterlage ist die Situation für obdachlose Menschen besonders schwierig. Darauf hat jetzt die Ambulante Hilfe der Diakonischen Gesellschaft Wohnen und Beraten in Northeim aufmerksam gemacht, die als Anlaufstelle für Menschen, die im Landkreis Northeim von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind, zur Verfügung steht.

„Wir appellieren darum an die Vermieter, in diesen schwierigen Zeiten von Wohnungskündigungen abzusehen und uns als Fachberatungsstelle zu kontaktieren“, sagt Sozialarbeiterin Julissa Apel und verweist auf die in der Vergangenheit bereits präventiv und erfolgreich geleistete Arbeit der Einrichtung. Nach Kenntnis der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, seien in diesem Winter in ganz Deutschland bereits 17 Kältetote registriert worden, beschreibt Apel die aktuelle Situation. „Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind, sind oft nicht auf den ersten Blick erkennbar“, betont sie. Viele versuchten, den Anschein eines relativ normalen Lebens so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.

Das sei aber bei diesem heftigen Wintereinbruch in Zeiten von Corona kaum noch möglich, weil Angebote und Aufenthaltsorte geschlossen oder aufgrund der Wetterlage nicht zu erreichen seien. Das führe dazu, dass der Kreislauf von Isolation, Vereinsamung und sozialem Abstieg zunähmen.

„Neben unserem Beratungsangebot halten wir daher auch unseren Tagestreff Oase in der Hagenstraße weiterhin unter stark eingeschränkten Bedingungen für Hilfesuchende geöffnet“, betont Apel. „Denn Menschen, die tatsächlich auf der Straße leben und der Witterung ungeschützt ausgeliefert sind, begeben sich bei diesen Temperaturen zunehmend in große Gefahr, weil die Unterbringungsangebote der Städte zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen geraten und ein Unterkommen in Hotels oder auf Campingplätzen derzeit nicht möglich ist.“

Das gelte auch für die Stadt Northeim, so Apel. „In der Notunterkunft am Lohgraben stehen derzeit acht Container zur Verfügung, die in der Corona-Pandemie allerdings nur einzeln belegt werden können. Ein Container wird für akute Notfälle vorgehalten.“ Derzeit sei etwas mehr als die Hälfte der Plätze bereits belegt.

Für ihre Arbeit, die neben der Betreuung von Obdachlosen auch die Unterstützung von Wohnungssuchenden beim Umgang mit Ämtern und Behörden sowie bei der Verwaltung von Unterlagen und Dokumenten umfasst, ist die Ambulante Hilfe auf Spenden angewiesen. Sachspenden wie Schlafsäcke, Isomatten und warme Kleidung werden direkt an Menschen weitergeleitet, die diese dringend benötigen. Auch für Geldspenden, mit denen Menschen in Notlagen unterstützt werden können, ist die Einrichtung dankbar.

Die Bankverbindung lautet: DWB Ambulante Hilfe Northeim, DE12 2625 0001 0000 0335 30, NOLADE21NOM.

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