Signal für Thimm und Amazon

Industriegebiet West: Northeimer Bauausschuss billigt überarbeiteten Entwurf für den Bebauungsplan

Stromleitung und Umspannwerk
+
Diese 110-kV-Freileitung soll im neuen Bebauungsplanentwurf für das Industriegebiet West erhalten bleiben. Damit reduzieren sich die Erschließungskosten für die Stadt Northeim um drei Millionen Euro.

Die Weichen für das geplante neue Industriegebiet West in Northeim sind gestellt.

Northeim – In seiner letzten Sitzung der laufenden Ratsperiode hat sich der aktuelle Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt einstimmig für den überarbeiteten Bebauungsplanentwurf für das geplante Industriegebiet ausgesprochen. Damit rückt die Realisierung der dort geplanten Investitionen der Firmen Thimm und Amazon näher.

Vorausgesetzt, der Verwaltungsausschuss folgt am Montag dieser Empfehlung, ist die öffentliche Auslegung vom 27. Oktober bis 11. November vorgesehen. Die endgültige Entscheidung über den Bebauungsplan soll dann der neue Northeimer Rat am 16. Dezember treffen.

„Das ist ein sehr ambitionierter Zeitplan“, räumte Bürgermeister Simon Hartmann in der PBU-Sitzung ein. Da man die Kritikpunkte aus den Reihen der Politik, an denen die Verabschiedung des Bebauungsplans bislang gescheitert sei, in der überarbeiteten Fassung des Entwurfs berücksichtigt habe, sei er aber zuversichtlich, dass man „gute Beratungen“ haben werde.

Hartmann erläuterte, dass man mit einigen der Veränderungen, wie zum Beispiel die Erhöhung der zulässigen Gebäudehöhen im südlichen Bereich des Industriegebiets, auch auf die Wünsche der Interessenten eingegangen sei. Insofern sei der aktuelle Beschluss des PBU sehr wohl als ein Fingerzeig für das Unternehmen P3 zu verstehen, das für Amazon das Logistikzentrum bauen will und dafür jetzt auch ein Parkhaus plane. Außerdem akzeptiere Amazon, dass die 110-kV-Freileitung über dem Logistikzentrum erhalten bleibe, was als ein Entgegenkommen gegenüber der Stadt zu verstehen sei.

Hartmann reagierte damit auf eine Äußerung von Ausschussmitglied Marcus Krohn (Grüne). Der hatte vor der Abstimmung betont, dass die Zustimmung der Grünen zum überarbeiteten Bebauungsplanentwurf keinesfalls ein Bekenntnis seiner Fraktion zu den Plänen für das Amazon-Logistikzentrum sei. Diese sehe man nach wie vor kritisch, so Krohn. Die Zustimmung der Grünen sei vielmehr als ein Zeichen an die Firma Thimm zu verstehen. Mit der Möglichkeit, das geplante Hochregal zu realisieren, wolle man dem Northeimer Unternehmen eine Perspektive für den Standort in der Kreisstadt bieten.

Hinsichtlich der zu schaffenden Ausgleichsflächen gab es Kritik von Ausschussmitlied Armin Töpperwien (FUL). Er regte an, noch einmal über die Sinnhaftigkeit eines geplanten Galeriewaldes östlich der Leine nachzudenken. Dass man den Höckelheimern den Anblick des geplanten Hochregals ersparen wolle, sei zwar grundsätzlich zu begrüßen, so Töpperwien, aber ein 35 Meter hohes Gebäude im Industriegebiet Northeim werde von den Höckelheimern sicherlich nicht als große Beeinträchtigung des Landschaftsbildes empfunden. Da seien die in der Region Höckelheim geplanten Windräder ein viel größeres Problem.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.