Milchwirtschaft im Teufelskreis

Sinkende Milchpreise machen den Bauern zu schaffen

Wohl bald in der Region ein seltener Anblick: Milchkühe wie diese werden wohl künftig im Landkreis Northeim immer seltener zu sehen sein, denn die sinkenden Milchpreise und das Ende der Milchquote bedeuten für viele Milchviehbetriebe das Aus. Foto: Mönkemeyer

Northeim. Die Anzahl der Milchviehbetriebe im Landkreis Northeim wird in den kommenden Jahren weiter sinken. Davon geht Gerhard Rudolph, Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbandes Northeim-Osterode, derzeit aus.

Aktualisiert um 17. 20 Uhr

Vor dem Hintergrund sinkender Milchpreise werden laut Rudolph nur noch die Milchbauern eine Zukunft haben, die mehr als 100 Tiere haben. Derzeit bekommen die Milchbauern etwa 36 Cent pro Kilo Milch, müssen sich aber wohl darauf einstellen, dass der Preis sinken wird. Vor sieben Jahren habe es in den beiden Landkreisen Northeim und Osterode noch 250 Milchviehbetriebe gegeben, die dem Kreisverband angehörten, berichtet Rudolph. Derzeit seien es nur noch etwa 150, und von denen haben nur zehn mehr als 100 Tiere.

Einen weiteren Grund dafür, dass künftig nur noch größere Betriebe eine Chance haben werden, sieht Rudolph in der Abschaffung der Milchquote zum 1. April. „Die sollte eigentlich dafür sorgen, dass die Preise einigermaßen stabil bleiben“, sagt Rudolph. In gewisser Weise sei das Planwirtschaft gewesen, die in den vergangenen 30 Jahren ihre Erwartungen einfach nicht erfüllt habe. Insofern gebe es keine Alternative zur Abschaffung, auch wenn die Landwirte dann stärker mit den Mechanismen der Marktwirtschaft konfrontiert würden und es das Aus für die kleinen Betriebe bedeute.

„Die Milchwirtschaft befindet sich in einem Teufelskreis“, bringt Rudolph die Situation auf den Punkt. Die Landwirte seien gezwungen, immer mehr Milch zu produzieren, und mehr Milch auf dem Markt bedeute weiter sinkende Preise. Dass jüngere Landwirte, die derzeit die Betriebe von ihren Eltern übernehmen, sich in der hiesigen Region verstärkt von der Milchviehhaltung verabschieden, sei daher kein Wunder.

Von Niko Mönkemeyer

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.