Ausbau in der Region Südniedersachsen

Solardachkataster: Klimaschutz mit Sparoption

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Das Solardachkataster ist online: Das Projekt stellen (von links) Doreen Fragel (Energieagentur Region Göttingen), Franz-Michael Hemesath (Landkreis Osterode), Christel Wemheuer (Landkreis Göttingen), Winfried Binder (Energieagentur), Dinah Epperlein (Stadt Göttingen), Ralf Buberti (Landkreis Northeim) vor.

Göttingen/Northeim. In der Region Südniedersachsen soll nach dem Wunsch der Politik die Nutzung von Solarenergie im privaten Bereich deutlich ausgebaut werden.

Hausbesitzer können dafür ab sofort im Internet mit dem neuen Solardachkataster die Eignung eines Daches selbst prüfen.

Dabei werden unter www.solardachkataster-suedniedersachsen.de sowohl die Themen Solarstrom (Photovoltaik) als auch Solarwärme (Solarthermie) berücksichtigt. Aufgebaut wurde das Online-Angebot von den Landkreisen Göttingen, Northeim und Osterode am Harz sowie der Stadt Göttingen, die gemeinsam 56 000 Euro investierten. Die Projektleitung hatte die gemeinnützige Energieagentur Region Göttingen. „Mit dem Solardachkataster gelingt es jetzt noch leichter, die persönlichen Chancen durch eine eigene Solaranlage aufzuzeigen“, sagte Christel Wemheuer, Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen und Vorsitzende der Energieagentur, bei der Präsentation des neuen Katasters.

Um alle Gebäude in Südniedersachsen abbilden zu können, wurde die gesamte Region zunächst durch Luftaufnahmen erfasst. Anschließend wurde aus den Bildern ein dreidimensionales digitales Oberflächenmodell erstellt. Dadurch können nun Dachneigungen, aber auch Bäume und andere, die Eignung zur Solarenergienutzung beeinflussende Faktoren dargestellt werden. Dadurch war es möglich, die Dächer dann im Kataster entsprechend ihrer Eignung farblich zu markieren.

„Gemeinsam mit den Solar-Beratungen, die durch die Energieagentur in Anspruch genommen werden können, sowie dem Wettbewerb ‘Unser Dorf nutzt die Sonne‘ sind wir in Südniedersachsen jetzt wirklich gut aufgestellt“, sagte Christel Wemheuer. Dieses Engagement sei auch nötig, wolle man die eigenen anspruchsvollen Klimaschutzziele verwirklichen.

„Auch wir haben wir mit den erheblichen Solarpotenzialen in unserem Landkreis nicht nur Chancen für unseren Klimaschutz identifiziert“, sagte Ralf Buberti, Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt beim Landkreis Northeim. „Mit dem Wirtschaftlichkeitsrechner sieht man, dass sich die Solarenergie in vielen Fällen für den Einzelnen rechnet und Preissicherheit für die Zukunft bietet.“

Hervorgegangen war das „Projekt Solardachkataster“ aus einem Prüfauftrag des Rates der Stadt Göttingen. „Die Solarenergie spielt in Göttingen die wichtigste Rolle unter den erneuerbaren Energien“, sagte Dinah Epperlein, Leiterin des Fachdienstes Hochbau, Klimaschutz und Energie der Stadt Göttingen. „Spätestens mit der Verabschiedung unseres Masterplans 100 Prozent Klimaschutz wissen wir, wie wichtig es ist, dass ihre Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden.“ (per)

Hintergrund: So funktioniert das Solardachkataster im Internet

Durch Eingabe der eigenen Adresse und Klick auf das entsprechende Gebäude wird ein Ertragsrechner geöffnet“, erklärt Projektleiter Winfried Binder von der Energieagentur Region Göttingen. „Hier können Nutzer eine fiktive Anlage auf dem eigenen Dach platzieren und so die passende Anlagengröße und die wirtschaftlichen Erträge abschätzen.“

Hauseigentümer können auch ihre eigenen jährlichen Energieverbräuche eintragen, um zu ermitteln, wie sie möglichst viel solare Energie selber nutzen können.

„Diese kann im Vergleich zum durchschnittlichen Strompreis von 28 Cent pro Kilowattstunde mit einer eigenen Solaranlage deutlich günstiger erzeugt werden“, so Binder. Mit einem Wegweiser zur Solaranlage würden auf der Website dann weitere Tipps zur Realisierung gegeben.

Wer sein Haus nicht im Kataster abgebildet haben möchte, kann sich an die Energieagentur Region Göttingen unter der Rufnummer 0551/37 07 49 81 oder unter E-Mail info@energieagentur-goettingen.de wenden. (per)

www.solardachkataster-suedniedersachsen.de

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