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Fast 6500 Straftaten beschäftigten Polizei im Landkreis Northeim

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Von: Kathrin Plikat

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Die sogenannten „Spaziergänge“ von Gegnern der Corona-Politik haben die Polizei im Kreis Northeim intensiv beschäftigt. © Hubert Jelinek

Cyberkriminalität, Drogenhandel, Gewaltdelikte, Unfälle und Diebstahl: Das sind nur einige Deliktsbereiche, mit denen sich die Polizeiinspektion Northeim im Jahr 2021 befassen musste. Jetzt hat die Polizei den Sicherheitsbericht für das vergangene Jahr vorgelegt.

Northeim - Genau 6479 Straftaten wurden 2021 von den Polizeibeamten im Kreis Northeim bearbeitet, das sind einige mehr als im Jahr zuvor (2020: 6388). Einen Anstieg gab es zum Beispiel bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und gegen die persönliche Freiheit, dagegen verzeichnet die Polizei einen fast 50-prozentigen Rückgang bei den Tageswohnungseinbrüchen. Bei (versuchten) Tötungsdelikten, Sexual- oder Körperverletzungsdelikten sowie Bedrohungen waren bei insgesamt 405 Taten 427 Menschen von Gewalt betroffen, davon waren laut Polizei 299 weiblich.

Leichenfund

Bei den Tötungsdelikten erinnert die Polizei in ihrem Bericht an den Fall im September 2021, bei dem in einem Maisfeld in Northeim die Leiche einer 64-jährigen Frau gefunden worden war. Die Ermittlungen führten schnell zu einem 57-jährigen Patienten des Maßregelvollzugszentrums (MRVZN) in Moringen. Der Tatverdächtige sitzt seitdem im Hochsicherheitsbereich des MRVZN und wartet auf seinen Prozess, der noch in diesem Jahr beginnen soll.

Cyberkriminalität

Als „Massenphänomen“ bezeichnet die Polizeiinspektion Northeim inzwischen den Bereich der Cyberkriminalität: Immer wieder seien Unternehmen und auch Privatleute im Kreis Northeim betroffen, wodurch die Geschädigten zum Teil hohe finanzielle Verluste erleiden. Im Sicherheitsbericht heißt es: „Seit Jahren werden kriminelle Hackergruppen von staatlichen Stellen in Russland, Nordkorea oder China unterstützt, um gesteuerte Angriffe gegen Wirtschaftsbetriebe und andere relevanten Infrastrukturen zu begehen“. Auch in der Polizeiinspektion Northeim seien zahlreiche gut ausgebildete Computerfachleute und Cybercrime-Ermittler mit der Bearbeitung dieser Straftaten befasst.

„Spaziergänger“

Vor große Herausforderungen wurde die Polizei im Jahr 2021 durch zahlreiche Straftaten in diesem sogenannten „Superwahljahr“ gestellt, außerdem durch die sogenannten „Spaziergänger“, die über Monate wöchentlich in zahlreichen Orten des Kreisgebiets unter anderem gegen die Corona-Schutzmaßnahmen protestierten. Von Ende Juli bis zur Bundestagswahl wurden 62 Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung an oder Diebstahl von Wahlplakaten geführt – in den meisten Fällen war die AfD betroffen.

Fast 80 „Spaziergänge“ begleitete die Polizei im Dezember 2021 und im Januar 2022. Der Umgang mit diesen „Spaziergängen“ sei schwierig gewesen, heißt es im Sicherheitsbericht: Keine der Veranstaltungen war angemeldet, in keinem Fall habe sich ein verantwortlicher Versammlungsleiter gegenüber der Polizei zu erkennen gegeben. Aufgrund dieser Verstöße gegen das Versammlungsgesetz bezeichnet die Polizeiinspektion das Verhalten der Protestler als „passiv-kooperativ“.

Zwölf Verkehrstote

Mehr Verkehrsunfälle – weniger Schwerverletzte: So beschreibt die Polizei die Unfallsituation auf den Straßen des Landkreises im vorigen Jahr. Es wurden 2814 Verkehrsunfälle registriert, was einer Steigerung von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2020: 2714) entspricht. Im Jahr 2021 starben zwölf Menschen bei Verkehrsunfällen im Landkreis Northeim, 20 Unfallbeteiligte wurden schwerst-, 59 Menschen schwer verletzt, so die Polizeistatistik. Im Jahr 2021 verzeichnete die Polizei im Landkreis Northeim 72 Verkehrsunfälle mit Radfahrern, 12 Radfahrer wurden dabei schwer verletzt. (kat)

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