Über 200 Teilnehmer bei unangemeldeten Versammlungen

Landkreis Northeim: „Spaziergänge“ gegen Corona-Maßnahmen im Fokus der Polizei

Zwei Polizisten mit Mund-Nasen-Schutz vor der Alten Wache in Northeim
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Die Polizei hat die „Spaziergänge“ im Kreis Northeim im Fokus (Symbolbild).

Am ersten Montag des neuen Jahres sind in vier Städten im Landkreis Northeim Menschen bei sogenannten „Spaziergängen“ gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen.

Northeim - Die Versammlungen waren nach Angaben der Polizeiinspektion Northeim alle nicht angemeldet.

In Northeim waren am Montagabend 100 Menschen unterwegs, so die Polizei weiter. Während sich zunächst etwa die Hälfte der Teilnehmer nicht an die Corona-Vorschriften wie Maskenpflicht und Abstand hielten und deswegen von den Polizisten auf drohende Ordnungswidrigkeitenanzeigen und Platzverweise hingewiesen wurden, kam der überwiegende Teil der „Spaziergänger“ der Aufforderung der Beamten schlussendlich doch nach.

Allerdings ignorierten einige Teilnehmer die Ansagen der Polizei trotzdem, sodass nun 14 Verstöße geahndet werden, so die Polizei. Zudem war Polizisten bei einer „Spaziergängerin“ ein vermutlich gefälschtes Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht aufgefallen. Dazu dauern die Ermittlungen an, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag auf HNA-Anfrage.

In Einbeck zählte die Polizei am Montagabend 30 Teilnehmer, in Hardegsen und Uslar 45. Weil sich in Einbeck eine 40-jährige Frau nicht an die Beschränkungen hielt, Polizisten beleidigte und sich weigerte, ihre Identität überprüfen zu lassen, so die Polizei weiter, wurde sie von der Versammlung ausgeschlossen und zur Polizeiwache gebracht.

Dort fanden die Beamten zudem ein Tierabwehrspray bei der 40-Jährigen. Gegen die Einbeckerin wurden gleich mehrere Verfahren eingeleitet.

Der Aufzug in Einbeck wurde laut Polizei durch einige Personen aus der linken Szene beobachtet. Die Versammlungen in Uslar und Hardegsen verliefen laut Polizei ohne Probleme.

Für Dienstagabend haben Organisatoren dieser Versammlungen beim Messengerdienst Telegram zum zweiten „Spaziergang“ gegen die Corona-Maßnahmen in dieser Woche in Einbeck aufgerufen. Laut Polizei wurde eine Gegendemo angemeldet, unter anderem von der Einbecker Seebrücke und dem Bündnis „Einbeck ist bunt“.

Ein Polizeisprecher weist darauf hin, dass nur Spontanversammlungen von der Anmeldepflicht befreit seien – vorher per Messenger-Diensten verabredete „Spaziergänge“ gegen die Corona-Maßnahmen seien dagegen nicht als spontan zu werten.

Allgemeinverfügung der Stadt Northeim

Die Stadt Northeim hat am Dienstag eine Allgemeinverfügung erlassen, in der die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske bei Versammlungen unter freiem Himmel angeordnet wird. Das gilt auch für nicht angemeldete Versammlungen, heißt es in der Verfügung, die mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt. Getragen werden müssen Masken des Schutzniveaus FFP2 oder KN 95. Ausgenommen von der Pflicht sind Kinder bis 6 Jahre sowie Menschen mit Vorerkrankungen, die ein ärztliches Attest vorlegen können. (kat)

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