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SPD-Kreistagsfraktion will alte Bahnhaltepunkte im Landkreis Northeim reaktivieren

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Von: Niko Mönkemeyer

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Friedhelm Honig steht vor einer Bahnstgrecke und hält alte Ansichten des Bahnhofs Moringen in der Hand
So sah es hier mal aus: Vor zehn Jahren hat Friedhelm Honig ein Buch über die Geschichte des Moringer Bahnhofs geschrieben. Er freut sich darüber, dass aktuell über eine Reaktivierung nachgedacht wird. © Roland Schrader

Im Landkreis Northeim soll es mehr Bahnhaltepunkte geben.

Landkeis Northeim – Wenn es nach der SPD-Fraktion im Northeimer Kreistag ginge, würden künftig in Moringen, Verliehausen und Naensen wieder Züge halten.

In einem entsprechenden Antrage fordern die Sozialdemokraten, dass sich der Kreistag nicht nur zum Erhalt der bestehenden, sondern auch zum Ausbau weiter Schienenhaltepunkte im Landkreis bekennen soll.

Porträtbild Uwe Schwarz
SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Schwarz © Roland Schrader

„In mehreren Regionen gibt es den Wunsch, stillgelegte Bahnhaltepunkte zu reaktivieren und den dort lebenden Menschen die Möglichkeit anzubieten, aus Klimaschutzgründen den Individualverkehr durch den Umstieg auf den Personennahverkehr zu ersetzen“, begründet Fraktionsvorsitzender Uwe Schwarz den Vorschlag und weist darauf, dass mehrere Schienenverbindungen, den Landkreis Northeim kreuzten. Dazu zählen neben der Nord-Süd-Strecke zwei Ost-West-Verbindungen, die Oberweserbahn und die Stichbahn nach Einbeck.

„Die Strecken verbinden Unter-, Mittel- und Oberzentren durch entsprechende Haltepunkte“, ergänzt Fraktions-Geschäftsführer Peter Traupe. Viele Grundzentren würden jedoch ohne entsprechenden Verkehrshalt gestreift, sodass die dortigen Einwohner vielfach auf dem Weg zur Arbeitsstelle oder zur Erledigung persönlicher Angelegenheiten mit dem Auto fahren müssten. Der Antrag der SPD-Kreistagsfraktion sieht vor, dass Landrätin Astrid Klinkert-Kittel beauftragt werden soll, mit der Landesnahverkehrsgesellschaft entsprechende Gespräche aufzunehmen.

Moringens Bürgermeisterin Heike Müller-Otte begrüßt diesen Vorstoß der SPD-Kreistagsfraktion. „Die Stadt Moringen hat auf Initiative der SPD-Stadtratsfraktion 2020 schon einmal versucht, die Haltestelle zu reaktivieren“, sagte sie auf HNA-Anfrage. Damals hätten die Landesverkehrsgesellschaft und der Landkreis allerdings nur „sehr verhaltenes Interesse“ an einer Wiederinbetriebnahme des im Jahre 1993 abgerissenen Moringer Bahnhofs gezeigt. „Wir würden uns natürlich freuen, wenn der Kreistag das Thema nochmal aufgreifen würde“, so Moringens Verwaltungs-Chefin.

2020 kam die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) zu dem Schluss, dass aufgrund der ungünstigen Lage des Bahnhofs und des sehr guten Busangebots eine ausreichende Nachfrage von mehr als 200 Ein- und Aussteigern pro Tag für einen neuen Bahnhaltepunkt in Moringen nicht zu erwarten wäre. Angesichts der notwendigen Investitionen von geschätzt einer Million Euro wurde eine Wiederinbetriebnahme nicht empfohlen. (Niko Mönkemeyer)

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