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Ausbruch der Katzenseuche: Tierheim bittet um Hilfe

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Von: Kathrin Plikat

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Im Tierheim Northeim bricht die Parvovirose, auch Katzenseuche genannt, aus. Das Tierheim benötigt nun dringend Hygieneartikel und bittet um Spenden.

Northeim – Wegen eines Parvovirose-Ausbruchs im Tierheim Northeim ist die Einrichtung mit sofortiger Wirkung geschlossen. Das hat das Tierheim am Montag (19.09.2022) mitgeteilt. Bei der Parvovirose, in der Öffentlichkeit auch bekannt als Katzenseuche, handele es sich um eine schwerwiegende und hoch ansteckende Krankheit.

„Noch nie waren unsere Tiere auf so eine fundamentale Weise bedroht. Inzwischen sind bereits viele Katzen infiziert“, heißt es in einer Veröffentlichung des Tierheims. Auch Hunde seien vor der Erkrankung nicht geschützt. Bislang seien sieben Katzen verstorben, weitere 26 Tiere positiv auf Katzenseuche getestet. Hunde seien bisher noch nicht betroffen.

Sorge vor Parvovirose: Katzenseuche in Northeimer Tierheim ausgebrochen

Weil sogenannte Test-Kits fehlen, habe noch nicht der gesamte Tierbestand getestet werden können, „sodass die Zahlen womöglich noch in die Höhe schießen werden“, heißt es weiter.

Katzen haben aktuell viel Platz im Tierheim: Nur noch wenige, wie Caspar, der als Abgabe ins Tierheim kam, warten auf ein neues Zuhause.
Im Northeimer Tierheim ist die Katzenseuche ausgebrochen. Die Einrichtung benötigt dringend Sach- und Geldspenden. © Hubert Jelinek

Eine Krankheit wie die Parvovirose sei in einem Tierheim schwer aufzuhalten und breite sich bei dicht besetzten Unterkünften rapide aus. Das Tückische an der Krankheit sei, dass es kein Gegenmittel gibt. Ungeimpfte Tiere, die sich infizieren, müssen das Virus laut Tierheim mit ihrem eigenen Immunsystem abwehren, was insbesondere Jungtiere oft nicht schaffen. Die Folge sei der Tod.

Der Mangel an Vermittlungsanfragen sowie die vermehrten Fund- und Abgabetiere hätten in den vergangenen Wochen und Monaten für einen „Stau“ im Northeimer Tierheim gesorgt, der die Kapazitäten erschöpft habe. Viele der Fundtiere hätten es noch nicht in die Vermittlung geschafft, da sie krank, verletzt oder verhaltensauffällig seien und noch Behandlung, Impfungen, Kastrationen, Training oder „ganz schlicht“ Zeit benötigten, bis sie vermittelt werden können.

Futter und Hygieneartikel benötigt: Tierheim Northeim bittet dringend um Hilfe und Spenden

In Deutschland sei dank der hohen Impfdichte ein Parvoviroseausbruch selten, doch gerade Tierheime seien gefährdet, weil dort viele Fundtiere leben, die noch nicht geimpft werden können, unter anderem aufgrund ihres Alters oder medizinischer Behandlungen, die eine Impfung verzögern.

Ein Lichtblick sei, dass die Firma Fassisi aus Göttingen dem Northeimer Tierheim kurzfristig 100 Schnelltests, mit denen eine Infektion mit der Katzenseuche nachgewiesen werden kann, gespendet habe. Trotzdem benötige das Tierheim aktuell viele Dinge, um den Ausbruch möglichst eindämmen zu können.

Das Tierheim Northeim braucht dringend Handtücher, getreidefreies Futter für Katzen und Hunde, Handdesinfektionsmittel, OP-Unterlagen, Einmalkittel und -overalls, Schuhüberzieher, OP-Haarnetze, Katzenstreu ( klumpend). Außerdem wird weiterhin Geld benötigt, unter anderem für den Kauf des Medikaments „Feliserin“, mit dem das Immunsystem der Tiere unterstütz wird. Kontoverbindungen sind auf der Homepage des Tierheims zu finden. (kat)

Im August 2022 haben Unbekannte eine Katze im Rucksack entsorgt, das Tier wurde ins Tierheim Northeim gebracht. Während der Coronapandemie gab es eine hohe Nachfrage nach Tieren im Northeimer Tierheim.

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