Ausschuss-Empfehlung unter Vorbehalten

St.-Blasien-Komplex in Northeim: Trauzimmer soll ins Erdgeschoss

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Ins ehemalige Bürgerbüro soll das Trauzimmer einziehen. Das Niveau des Vorplatzes soll soweit angehoben werden, dass ein barrierefreier Zugang entsteht.

Northeim – Die Räume des ehemaligen Bürgerbüros im Northeimer St.-Blasien-Komplex sollen Trauzimmer werden. Der Ausschuss für Bürgerdienste, Wirtschaft, Verkehr, öffentliche Sicherheit und Ordnung hat diesen Vorschlag der SPD-Fraktion einstimmig gebilligt.

Er empfahl dem Stadtrat im Nachtragshaushalt, der in diesem Jahr wegen der Folgen der Corona-Pandemie notwendig ist, Mittel für den Umbau der seit Oktober 2018 ungenutzten Räume bereitzustellen. Damals zog das Bürgerbüro in bis dahin leer stehende Geschäftsräume (ehemals C&A, später Takko) auf der anderen Seite des Münsterplatzes.

Allerdings knüpfte der Ausschuss diese Empfehlung auf Antrag von Irnfried Rabe (FDP) an die Bedingung, dass die Mittel für den Umbau erst dann freigegeben werden, wenn einige Fragen geklärt sind, deren Beantwortung die Vertreter der Verwaltung in der Sitzung schuldig blieben.

So wollten Rabe und Helga Jäger (CDU) wissen, ob der Beschluss, im ehemaligen Bürgerbüro ein Trauzimmer einzurichten nicht dem im Herbst 2018 vorgestellten Plan zur Modernisierung des St.-Basien-Komplexes widerspreche und damit die in Aussicht stehende Förderung in Höhe von 90 Prozent der Kosten gefährde. Damals ging es um Umbaupläne im Inneren des denkmalgeschützten Gebäudes, die aus dem Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ unterstützt werden sollten.

Er müsse erst verwaltungsintern klären, ob das Konzept vom Planungsbüro „die bauhütte“ (Mühlhausen) überhaupt beschlossen worden sind, ob ein Förderantrag gestellt oder möglicherweise bereits abschlägig entschieden worden sei, sagte Jörg Dodenhöft, der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters. Zuvor hatte Rabe bereits kritisiert, dass angesichts dieses Themas sowie des Verkehrskonzeptes für die Innenstadt auf der Tagesordnung, das ebenfalls Bauaspekte enthalte, kein Vertreter des Bauamtes an der Sitzung teilnahm.

Die Umbaukosten sind mit 120  000 Euro veranschlagt. Vorgesehen ist, die noch verkleideten Steinwände im Innern freizulegen. Auch eine (barrierefreie) Verbindung zum Bürgersaal ist vorgesehen. Der barrierefreie Zugang zum künftigen Trauzimmer soll im Zuge der Umgestaltung des Münsterplatzes erreicht werden. Gedacht ist laut Dodenhöft daran, das Niveau des Vorplatzes soweit anzuheben, dass ein stufenloser Zugang entsteht.

Hildegard Pawel (SPD) mahnte, bei der Barrierefreiheit nicht nur in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen im Blick zu haben, sondern auch Bedürfnisse von Hörgeschädigten und Sehbehinderten zu berücksichtigen.

Das derzeitige Trauzimmer befindet sich im ersten Stock von St. Blasien. Der Plan der „bauhütte“ sah vor, es durch einen Fahrstuhl barrierefrei zu machen. Bei Trauungen mit Gehbehinderten weicht das Standesamt zurzeit in den Bürgersaal aus.

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