Land gibt hohen Zuschuss

Stadt Northeim im Dilemma: Geld für Skaterpark da, aber kein Grundstück

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Die geplante Sporthalle und die Skateranlage sollen auf dem Grundstück der ehemaligen Realschule neben dem Northeimer Hallenbad (oben links) entstehen. Die alte Sporthalle (oben rechts) soll abgerissen werden.

Das Land gibt viel Geld als Zuschuss für den neuen Skaterpark, doch die Stadt Northeim kann ihn nicht bauen,  denn der Rat hat das Projekt auf Eis gelegt.  

Die Freude bei der Stadt Northeim könnte groß sein, denn das Land hat einen Zuschuss von fast einer Viertelmillion Euro für den Neubau der Skateranlage zugesagt. Doch die Stadt steckt in einem Dilemma, denn der Rat hat wegen der Coronakrise und drohender Ausfälle bei Steuereinnahmen mehrheitlich den Bau der neuen Schuhwallhalle auf Eis gelegt. Auf dem Gelände der Halle soll aber auch die neue Skateranlage entstehen.

Jetzt hat die Stadt zwar Geld für den Bau der Skateranlage – und das sind nach Angaben der SPD-Landtagsabgeordneten immerhin 225 000 Euro aus dem Landes-Fördertopf „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ – doch noch nicht einmal das Grundstück, auf dem die Anlage gebaut werden könnte.

Der Kauf des 8000 Quadratmeter großen Grundstücks der ehemaligen Realschule, das bislang noch der 100-prozentigen Kreis-Sparkassen-Tochter Wohnen in Northeim GmbH gehört, ist noch nicht unter Dach und Fach. Der mehrheitlich gegen die Stimmen von SPD und Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) gefasste Ratsbeschluss, die weitere Planung und Kostenermittlung für den Sporthallenneubau auszusetzen, könnte auch den geplanten Kauf des Grundstücks betreffen, für den schon Geld im Stadthaushalt bereitsteht.

Bürgermeister Hartmann ist trotz des Ratsbeschlusses auf Verschiebung zuversichtlich, dass die Skateranlage mit dem Landeszuschuss realisiert werden kann. Mit dem Beschluss des Rates, die Planungen für die neue Halle auf Eis zu legen, seien zwar auch die Planungen für die Skateranlage an diesem Standort zunächst ausgebremst. Aber es gebe ja nach wie vor ein grundsätzliches politisches Bekenntnis zum Neubau der Sporthalle.

Er freue sich über die Förderzusage des Landes, betont er weiter. Es handele sich um einen 90-Prozent-Zuschuss, sodass der Eigenanteil der Stadt für die Anlage bei lediglich 25 000 Euro liegen würde. Hartmann: „Ich werde dem Rat in der nächsten Sitzung vorschlagen, am Projekt Neubau einer Skateranlage festzuhalten und den Eigenanteil im Nachtragshaushalt auf 2020 vorzuziehen.“

Entwurf: Die Skateranlage ist zwischen Hallenbad (grauer Komplex) und Hallenneubau (rot) vorgesehen, und zwar unterhalb und oberhalb des Bolzplatzes (Mitte). Foto: Weiss

Einen Bau der Skateranlage an einem anderen Ort, schließt der Bürgermeister aus. Grund: Die Jugendlichen aus Northeim und der Jugendbeirat hätten sich nach Besichtigung unterschiedlicher Plätze gewünscht, dass die Anlage am Schuhwall auf dem Gelände der ehemaligen Realschule entsteht.

Der Bürgermeister: „Ich bin zuversichtlich, dass wir dieses für die jugendpolitische Entwicklung in unserer Stadt so wichtige Projekt realisieren können. Gleichwohl haben wir großen Zeitdruck in allen Fragen rund um das geplante Sportareal am Schuhwall.“ Er werde die Situation nach Vorlage des Förderbescheids schnellstmöglich mit den Ratsfraktionen und dem Jugendbeirat erörtern.

Zudem betont Hartmann, dass er mit der Geschäftsführung der Wohnen in Northeim GmbH, der das ehemalige Realschulgelände gehört, vereinbart habe, dass das betreffende Areal erst nach Gründung der Northeimer Sport und Freizeit GmbH (Nom-SF) im Frühjahr 2021 erworben wird. Hintergrund sei, dass hierdurch die bei der Übertragung des Grundstücks von der Stadt auf die Nom-SF entstehende Grunderwerbssteuerzahlung vermieden werden soll.

Hartmann: „Wir würden natürlich dennoch vertragliche Absicherungen mit vornehmen wollen, um über das Grundstück verfügen zu können.“

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