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Stadt Northeim investiert 60 Millionen Euro

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Von: Axel Gödecke

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Das Bild zeigt die Freifläche, auf der die neue Schuhwall-Sporthalle entstehen soll.
Größte Investition: Hier soll der Neubau der Schuhwallhalle mit angegliedertem Sportzentrum mit Skaterbahn und anderen Außensportanlagen entstehen. Die alte Halle (oben links) wird abgerissen. Dort entsteht ein Parkplatz. © Jelinek, Hubert

Das ist rekordverdächtig: Die Stadt Northeim will in den nächsten fünf Jahren 60 Millionen Euro investieren.

Northeim - Die Stadtverwaltung Northeim hat erstmals einen Doppelhaushalt vorgelegt, und zwar für die Jahre 2023 und 2024. Sowohl der Doppeletat als auch die angehängte mittelfristige Finanzplanung bis Ende 2027 weisen Investitionen aus, die in der Summe wohl alle Rekorde in der Historie der Stadt brechen. So sollen in den nächsten fünf Jahren rund 60 Millionen Euro investiert werden.

Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) hat den Entwurf jetzt in die Beratungen der Fachausschüsse des Rates und der Ortsräte gegeben, heißt es von der Stadtverwaltung. Der Doppelhaushalt soll vom Stadtrat am 2. Februar 2023 beschlossen werden.

Insgesamt sieht der Entwurf insbesondere wegen der hohen Investitionen, die allein für 2023 und 2024 34,4 Millionen Euro ausmachen, aber auch wegen inflationsbedingt stark steigender Personal- und anderer Kosten Defizite im Ergebnishaushalt für 2023 von 7,7 Millionen Euro und für das Jahr 2024 von 4,1 Millionen Euro vor.

Bürgermeister Hartmann sieht es trotz der drohenden Defizite als zwingend notwendig an, die geplanten Investitionen in den nächsten Jahren zu verwirklichen.

Das Investitionsprogramm bis Ende 2027 sieht deshalb sogar Investitionen in Höhe von 60,2 Millionen Euro vor. Eine Abarbeitung sei allerdings nur dann möglich, wenn auch die personellen Ressourcen dafür zur Verfügung stünden und der Fachkräftemangel im Handwerk und auf dem Bau den Planungen der Stadt keinen Strich durch die Rechnung mache.

Der Bürgermeister weiter: „Dass wir einen so hohen Investitionsbedarf haben, liegt auch am Investitionsstau, der aus nicht durchgeführter Unterhaltung in den vergangenen Jahrzehnten resultiert.“ So seien viele nötige Sanierungen und Ersatzbauten nicht oder nur in sehr geringem Maße vorgenommen worden. Hartmann: „Das rächt sich jetzt.“ Zum Glück gebe es noch den positiven Effekt des Zukunftsvertrages, den die Stadt mit dem Land vor Jahren zur Entschuldung abgeschlossen hatte und durch den die Stadt von jahrelang angesammelten Überziehungskrediten von rund 70 Millionen Euro befreit wurde. In den sieben Jahren vor 2022 habe die Stadt sogar Überschüsse erzielt.

So wurde ein Rücklagenpolster von 16,48 Millionen aufgebaut. Die Entlastung von Liquiditätskrediten mache sich jetzt deutlich bemerkbar, so Hartmann. Die Überschussrücklagen reichten jedoch nicht, um die neu erwarteten Etatdefizite der nächsten fünf Jahre von kumuliert 25,9 Millionen Euro zu decken, sodass bald wieder Überziehungskredite auch zur Deckung der Schuldentilgung nötig würden.

Die größten Investitionen

Die größten Investitionsmaßnahmen des Investitionsprogramms 2023 bis 2027 sind laut Stadtverwaltung:

- die Errichtung des Sportzentrums am Schuhwall mit Halle und allen Außenanlagen durch die Northeimer Sport und Freizeit GmbH mit von der Stadt zur Verfügung gestelltem Geld (insgesamt 13,3 Millionen Euro in den Jahren 2023 bis 2025),

-  die Sanierung des Münsterplatzes (ohne Kanal 7,3 Millionen Euro von 2024 bis 2026),

- Neubau einer Kindertagesstätte am Martinsgraben in Northeim (nur für den Bau 5,6 Millionen Euro, davon 4,9 Millionen in 2023),

-  Neubau eines Feuerwehrhauses in Hohnstedt (1,4 Millionen Euro, davon 1,2 in 2023),

-  Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses für die Wehren Stöckheim und Hollenstedt (4,3 Millionen Euro von 2024 bis 2026),

- Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses für die Wehren Denkershausen, Imbshausen und Lagershausen (4,3 Millionen Euro von 2025 bis 2027),

-  Ausbau des Martinsgrabens in Northeim (620 000 Euro in 2023),

-  Ausbau des Mittelweges in Northeim (1,8 Millionen Euro 2023 bis 2025),

-  Fahrbahnsanierung der Westlichen Entlastungsstraße (2,8 Millionen Euro von 2023 bis 2025),

-  Bau Park- und Ride-Anlage West am Sollingtor (1,5 Millionen Euro 2025 bis 2027).

Das Investitionsprogramm führt laut Stadtverwaltung zu einer erheblichen Steigerung des städtischen Schuldenstands bei den Investitionskrediten. Laut Planung beträgt die Nettoneuverschuldung bis Ende 2027 kumuliert 35,4 Mio.

Der investive Kreditstand im Kernhaushalt werde sich unter Berücksichtigung der Tilgungen und unter Inanspruchnahme aller Kreditermächtigungen aus Vorjahren auf 67,1 Millionen Euro zum Ende des Jahres 2027 belaufen. Ende 2021 lag er bei 21,2 Millionen Euro. (Axel Gödecke)

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