Neues Pumpwerk und Trocknungsanlage geplant

Stadt Northeim investiert Millionen in die Kläranlage

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Die Kläranlage Northeim: Hier wird kräftig gebaut und geplant, auch um die verschärften Auflagen im Bereich Umweltschutz erfüllen zu können. ArchivFoto: Hubert Jelinek

Northeim – Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung der Stadt Northeim plant im Northeimer Klärwerk weiter große Investitionen.

Für mehrere Millionen Euro sollen ein neues Schneckenpumpwerk und wahrscheinlich auch eine neue Dampf-Trocknungsanlage für Klärschlamm gebaut werden. 

Zur Zeit laufen auch noch die Arbeiten für den Bau eines fast drei Millionen Euro teuren dritten Nachklärbeckens. Nach einem Baustopp wegen Grundwassereinbruchs in die Baugrube laufen die Restarbeiten hier jetzt nach Auskunft der Stadt wieder an.

Neu angelaufen sind jetzt die Vorplanungen für den Ersatzbau eines maroden Schneckenpumpwerkes, der laut zeitlicher Planung des Eigenbetriebs bereits im kommenden Jahr realisiert werden soll. Der Betriebssausschuss des EBA hat in seiner Sitzung die Auftragsvergabe für die Detailplanung des Pumpwerks am Zulauf zur Kläranlage, das mit geschätzten Baukosten von 2,1 Millionen Euro kalkuliert ist, beschlossen. Die Ausschreibung der Planungsleistung muss europaweit erfolgen, weil die Kosten dafür mutmaßlich über 220 000 Euro liegen werden.

Die Stadt erhofft sich laut Nils Backhauß, Abteilungsleiter Finanzmanagement bei der Stadt, Zuschüsse für die Pumpwerks-Erneuerung vom Bund, die aber maximal 200 000 Euro betragen werden.

Ein weiteres Großprojekt in der Northeimer Kläranlage stellt der Bau einer Dampftrocknungsanlage für Klärschlamm dar. Dafür soll allerdings nach Beschluss des EBA-Ausschusses erst ein Gutachten als Wirtschaftlichkeitsbetrachtung in Auftrag gegeben werden. Das Gutachten für das neue Dampftrocknungsverfahren wird 25 000 Euro kosten.

Ausbringung auf Felder bald verboten

Hintergrund für die angestrebte Trocknung des Schlamms ist die 2017 erneuerte Klärschlammverordnung, die spätestens ab 2032 eine Ausbringung von Klärschlamm auf Felder verbietet. Der Eigenbetrieb geht aber davon aus, dass das Verbot wesentlich früher einsetzen wird, weil auf Druck der EU bis Mitte 2020 die Düngemittelverordnung novelliert werden muss. Diese werde den Nitrateintrag auf Felder weiter deutlich einschränken.

Durch das jetzt vom Northeimer EBA ins Auge gefasste Dampftrocknungsverfahren entfällt anschließend die Schlammaufbringung auf Felder, denn es bleibt Asche übrig, die auf der Deponie entsorgt werden kann.

Der derzeitige Entsorgungsvertrag für den Klärschlamm aus der Northeimer Kläranlage mit einem privaten Entsorger läuft im September 2023 aus. Bis dahin könnte vielleicht die neue Trocknungsanlage, die an den bestehenden Faulturm der Kläranlage angedockt werden kann, stehen.

Die Kosten dafür werden möglicherweise auch im siebenstelligen Euro-Bereich liegen. Wahrscheinlich gibt es jedoch auch für ein solches Projekt eine staatliche Förderung, heißt es in der Vorlage.

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