Bürgermeister will die Immobilie Verein zur Nutzung überlassen

Stadt Northeim plant für 65.000 Euro Kauf von Konrektorenhaus und Nachbargrundstück

Das sogenannte Konrektorenhaus am Kirchplatz in Northeim und das Nachbargrundstück von Süden aus gesehen.
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Konrektorenhaus und Nachbargrundstück: Ein Vorschlag von Bürgermeister Simon Hartmann sieht vor, dass die Stadt beides erwirbt und dann dem Verein „Leben am Kirchplatz“ zur Nutzung überlässt.

Die Überlegung der Stadt, das Konrektorenhaus am Northeimer Kirchplatz zu kaufen, schließt auch das östlich anschließende Grundstück mit ein. Das geht aus einer Verwaltungsvorlage hervor, die der HNA vorliegt.

Northeim – Die derzeit als Parkplatz genutzte, 336 Quadratmeter große Fläche gehört demnach der Sixti-Kirchengemeinde. Diese sei ebenso wie der Eigentümer des Konrektorenhauses bereit zu verkaufen. Als Kaufpreis werden in der städtischen Vorlage 45  000 Euro für das stark sanierungsbedürftige Fachwerkhaus und 20  000 Euro für das angrenzende Grundstück genannt. Die Summe für das Fachwerkhaus habe ein Sachverständigenbüro ermittelt, der Preis für das Grundstück entspreche dem Quadratmeterpreis der Bodenrichtwertkarte.

Weil die Grundstücke Kirchplatz 9 und Schaupenstiel 6 nur über eben dieses Grundstück zu erreichen sind, müsse außerdem noch ein entsprechendes Überfahrrecht eingeräumt und ins Grundbuch eingetragen werden. Der Verein „Leben am Northeimer Kirchplatz anno 1510“ will das 500 Jahre alte Fachwerkhaus so wieder herrichten, wie es zum Zeitpunkt seines Baus Anfang des 16. Jahrhunderts ausgesehen hat und genutzt wurde, nämlich nicht nur zum Wohnen, sondern auch für die Tierhaltung, als Arbeitsstätte und Speicher (HNA berichtete). Anschließend will er dort Kurs-Angebote für Schüler und Studenten ebenso wie für Handwerker anbieten. Auch Events sind geplant, mit denen der Verein Einnahmen erzielen möchte.

Bürgermeister Simon Hartmann (SPD), so heißt es in der Vorlage, vertritt die Auffassung, dass die Sanierung des Konrektorenhauses für diese Nutzung den Zielen der Stadtsanierung entspricht. Die Pläne des Vereins böten eine nachhaltige Lösung eines jahrzehntelangen städtischen Problems. Er befürwortet den Kauf des Hauses und des Nachbargrundstücks. In der Vorlage heißt es außerdem, dass mit dem Vorhaben des Vereins ein überregionaler (touristischer) Identitätsstifter für die Stadt Northeim geschaffen werde.

Würde der Verein beides kaufen, würde ihm das Geld für die Instandsetzung des Hauses fehlen, heißt es zur Begründung für das angestrebte städtische Engagement. Im Gegensatz zu einem privaten Käufer (wie einem Verein) bekäme die Stadt aus Stadtsanierungsmitteln auch den Kaufpreis gefördert. Die Nutzung des Gebäudes müsse anschließend vertraglich mit dem Verein geregelt werden. (Olaf Weiss)

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