Neues Gelände

Stadt Northeim tauscht Flächen: Gewerbegebiet gegen Ackerflächen 

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Das geplante Gewerbegebiet-West: Die Stadt Northeim wird das 21 Hektar große Gelände (gelb) zwischen der Bahnlinie und der Westumgehung erschließen.

Ein Tauschgeschäft mit Zuzahlung hat die Stadt Northeim hinter sich gebracht. Es geht um Flächen, die für die Erschließung des geplanten Gewerbegebiets Northeim-West notwenig sind.

Dieses befindet  sich dann zwischen der Nord-Süd-Bahn-Strecke und der Westumgehung. Das neue Gewerbegebiet ist 21 Hektar groß. Tauschpartner ist die Klosterkammer, der bislang der Großteil der benötigten Flächen gehören. Da die Stadt das Gebiet selbst erschließen will, muss sie noch benötigte Restflächen erwerben. 

Im Gegenzug verlangt die Klosterkammer, wie es ihre Statuten verlangt, Tauschland, in diesem Fall ebenfalls landwirtschaftlich nutzbare Flächen. Konkret geht es in diesem Tauschgeschäft um 12,7 Hektar (127 000 Quadratmeter) im Bereich des geplanten neuen Gewerbegebiets.

Ein Großteil der städtischen Tauschflächen, die zusammenhängend landwirtschaftlich genutzt und damit der Klosterkammer angeboten werden konnten, befindet sich in der Gemarkung Hammenstedt, und zwar im Husumer Tal links und rechts des dortigen Feldweges.

Da der Wert der städtischen Tauschflächen deutlich unterhalb des Wertes der Ackerflächen im geplanten Gewerbegebiet an der Westumgehung liegt, muss die Stadt deutlich mehr Flächen anbieten und auch Geld drauflegen, und zwar insgesamt 290 000 Euro. Das Geld stellte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung im ersten Nachtragsetat bereit.

Ein Verkehrswertgutachten des beim Katasteramt angesiedelten Gutachterausschusses hatte für die Flächen an der Westumgehung einen Wert von 11,75 Euro pro Quadratmeter ermittelt. Die Flächen bei Hammenstedt hingegen sind laut Gutachten nur 2,48 pro Quadratmeter wert. In den Verhandlungen konnte die Stadt letztlich aber nur einen Wert von 2,16 Euro durchsetzen.

Weitere Tauschflächen befinden sich nach Angaben des Bauamts im Bereich des südlichen Wieters oberhalb der Landwehrschänke. 

Größter Interessent in die Firma Thimm

Fast die Hälfte des neuen, 21 Hektar großen Gewebegebiets Northeim-West möchte das Northeimer Familienunternehmen Thimm für die Erweiterung ihrer Betriebsflächen nutzen. Der Wellpappe-Produzent plant auf 8 bis 10 Hektar den Bau von Logistik- und auch Produktionshallen. Das neue Gelände, so sahen die bisherigen Pläne vor, soll mit dem alten Werksgelände auf der anderen Seite der Bahn mittels einer Brücke verbunden werden.

21 Hektar Raum für neue Unternehmen 

Insgesamt tauscht die Stadt Northeim zur Realisierung des geplanten neuen Gewerbegebiets-West 700 000 Quadratmeter (70 Hektar) ihrer Flächen gegen 127 000 Quadratmeter (12,7 Hektar) im neuen, geplanten Gewerbegebiet und zahlt noch 290 000 Euro an die Klosterkammer dazu. Nötig sind für die Erschließung des neuen Gewerbegebiets auch noch weitere Flächen, die gekauft werden mussten oder noch müssen. Insgesamt hat die Stadt nach Angaben des städtischen Bauamts dafür etwas über eine Million Euro im Haushalt eingeplant.

Interessent will sich vergrößern 

Der Kauf der Flächen ist Voraussetzung dafür, dass die Stadt für die Erschließung des Gewerbegebiets eine 60-prozentige Förderung erhält. Die Kosten für die Gesamterschließung sollen über die Vermarktung der Flächen wieder hereinkommen. Haupt-Interessent für die neuen Gewerbeflächen ist das Unternehmen Thimm, das sein auf der anderen Seite der Bahn gelegenes Firmengelände vergrößern möchte. Thimm plant westlich der Nord-Süd-Bahnlinie zum einen Hallen für Logistik und zum anderen auch für die Erweiterung der Wellpappe-Produktion.

Die für Thimm benötigte Fläche beträgt allerdings nur knapp die Hälfte des 21 Hektar umfassenden Gesamtareals, das die Stadt im neuen Gewerbegebiet-West schaffen will. Es bleibt also noch Raum für andere Betriebe. Verkehrlich angebunden werden soll das neue Gewerbegebiet über die Northeimer Westumgehung (westliche Entlastungsstraße), und zwar über einen Kreisverkehr. 

Für das Gebiet, dessen Erschließung vom Land und der Europäischen Union mit 60 Prozent gefördert werden kann, lässt die Stadt gerade einen Bebauungsplan aufstellen. Auch die Planungsleistungen wurden bereits für 334 000 Euro an ein Planungsbüro in Rosdorf (Rinne und Parther) vergeben. Die ersten Baumaschinen könnten demnach im kommenden Jahr anrollen.

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