Stadtsanierungsgebiet soll ausgedehnt werden

Stadt Northeim will Fördergeld für Grüngürtel

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Rundgang: Vor der Sitzung nahm der Ausschuss die Wallanlag en in Augenschein, hier an den Teichen des Tourlaviller Walls. 

Northeim – Die Northeimer Wallanlagen sollen in die Innenstadtsanierung einbezogen werden. Eine Umstrukturierung der Förderprogramme des Bundes bietet die Chance dazu, wurde bei der Sitzung des Sanierungsausschusses des Rates bekannt.

Wie Ulf-Bernhard Streit, Vertreter des Sanierungsträgers DSK (Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft) erklärte, werde das bisherige Programm „Zukunft Stadtgrün“ nicht mehr eigenständig fortgeführt, sondern mit anderen Sanierungsprogrammen wie dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“, mit dem die Innenstadtsanierung in Northeim gefördert wird, zusammengelegt.

Deshalb bestehe die Möglichkeit, nun auch den innerstädtischen Grüngürtel einschließlich der Stadtmauer in eine Sanierungsförderung zu bekommen. Voraussetzung dafür, dass ab 2021 Fördermittel für die Wallanlagen fließen, sei, dass bis zum 1. Juni nächsten Jahres ein Förderantrag gestellt wird, betonte Andreas Vieweg von der Stabsstelle für die Innenstadtsanierung im Rathaus. Das soll geschehen.

„Northeim muss liefern“, bekräftigte Ulf-Bernhard Streit. Die Stadt habe durch die bisher erhaltenen Fördermittel einen Vertrauensvorschuss erhalten, doch der Grad der Umsetzung sei bisher mager. Streit appellierte an den Ausschuss, aber auch den gesamten Rat, sich zusammenzuraufen und nicht nur zu planen und zu debattieren, sondern endlich auch Aufträge zu erteilen.

Außerdem sprach sich der Sanierungsausschuss einstimmig dafür aus, den von Bürgermeister Simon Hartmann angeregten Fassadenwettbewerb für sanierte denkmalgeschütze Gebäude nicht auf die Innenstadt zu beschränken, sondern auch die Ortschaften mit einzubeziehen.  

Die Instandsetzung der in Teilen dringend sanierungsbedürftigen Stadtmauer konnte bisher nicht aus dem Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ gefördert werden. Wenn nun die Städtebauförderprogamme neu geordnet werden, wird das möglich. 

Nach den Erfahrungen der Stadtmauersanierung im Bereich Obere Straße schlägt die Sanierung pro laufendem Meter mit rund 3500 Euro zu Buche. Die Northeimer Stadtmauer war nach Auskunft von Andreas Vieweg von der Stabsstelle für die Innenstadtsanierung ursprünglich einmal 1750 Meter lang. Davon stehen noch 880 Meter, von denen 100 Meter bereits saniert sind. Für die Sanierung der übrigen Mauer müssten folglich 2,7 Millionen Euro veranschlagt werden. Fördermittel wären deshalb dafür im Rathaus sehr willkommen. 

Außerdem, so erklärten Bürgermeister Simon Hartmann und Ausschussmitglied Hans Harer (Grüne), werde angestrebt, einerseits die Beschilderung für die touristische Vermarktung der Stadtmauer zu verbessern und die Bedeutung der einstigen Vereidigungsanlage besser zu verdeutlichen. Andererseits werde die Sanierung der historischen Grabsteine und Mausoleen auf dem alten Friedhof angestrebt. Diese seien seit der jüngsten Sanierung in den 1990er-Jahren im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wieder stark verwittert und teilweise baufällig. 

Planungswettbewerb

Der Planungswettbewerb für den Münsterplatz soll nun endgültig vom Stadtrat in dessen Sitzung am Donnerstag, 24. Oktober, auf den Weg gebracht werden. Der Sanierungsausschuss empfahl dem Verwaltungsausschuss, den Bürgermeister zu beauftragen, ein Büro zu suchen, dass den Wettbewerb betreuen soll. Gemeinsam mit diesem Büro soll dann festgelegt werden, welche an den Münsterplatz angrenzenden Bereiche bei dem Wettbewerb mit betrachtet werden sollen. In der Diskussion sind die Straße Am Münster (bis zur Kurzen Straße) sowie der Bereich vor dem Südeingang des City-Centers, die Freifläche zwischen dem St.-Blasien-Komplex und der Stadthalle sowie der Platz zwischen City-Center und dem Kreishaus.

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