Stadt plant Resolution zum Erhalt der Förderschule

Spaß auf dem Schulhof: In der Erich-Kästner-Förderschule Northeim (Archivbild) werden 150 Schüler unterrichtet. Es werden jedoch weniger, weil zunehmend Kinder wegen des Inklusionsgedankens in normalen Schulen unterrichtet werden sollen. Archivfoto: Gödecke

Northeim. Die Stadt Northeim möchte sich für den Fortbestand der Förderschule Lernen und Sprache in der Northeimer Südstadt stark machen und hat deswegen eine Resolution an das niedersächsische Kultusministerium ausgearbeitet.

In ihm wird der Erhalt der vom Landkreis betriebenen Erich-Kästner-Förderschule gefordert.

Die Resolution soll der Northeimer Stadtrat am 19. März beschließen. Den Auftrag zur Ausarbeitung an die Stadtverwaltung hatte der Northeimer Ratsausschuss für Schule, Bildung und Kultur im November vorigen Jahres erteilt.

Hintergrund ist die von der Landesregierung beabsichtigte Schließung aller Förderschulen mit Schwerpunkt Lernen und auch Sprache. Bereits seit 2013 gibt es keine Einschulungen mehr im Grundschulbereich mit Schwerpunkt Lernen. Die bisherigen Planungen der Landesregierung sahen vor, schrittweise auch den Förderschul-Unterricht der höheren Klassen auslaufen zu lassen. Die Kinder sollen, wie es der Inklusionsgedanke vorsieht, in normalen Schulen unterrichtet werden.

Kleine Klassen

Im Resolutionsentwurf der Stadt heißt es dazu allerdings, der Rat der Stadt stehe dazu, dass die Förderschule nachweislich gute Arbeit leiste. Die Kinder würden in kleinen Klassen von speziell ausgebildeten Förderschulkräften bis zu sechs Stunden täglich an fünf Tagen in der Woche beschult. Die Fachkräfte könnten mit ihrem ganzen Wissen individuell auf die Kinder eingehen, wobei diese gefördert, aber nicht überfordert würden.

Die Schließung der Förderschulen laufe aus Sicht der Stadt dem von der Landesregierung oft als hohes Gut propagierten Elternwillen zuwider. Viele Eltern schätzten die individuellen Wahlmöglichkeiten für ihr Kind. Je nach Fähigkeiten und Stärken des Kindes sollten sich die Eltern weiter für die für ihr Kind geeignete Beschulung entscheiden und gegebenenfalls auch eine getroffene Entscheidung im Sinne der Kinder revidieren können.

Dieses Recht würde den Kindern genommen, die die Förderschule Lernen oder Sprache besuchen möchten, heißt es weiter. Und: „Zusammenfassend sehen Rat und Verwaltung der Stadt Northeim Inklusion als einen langen Entwicklungsprozess, der eine kontinuierliche Evaluation beider Systeme über einen längeren Zeitraum braucht, bevor man sich endgültig und nicht mehr revidierbar für ein Modell entscheidet.“

Regionalstelle

Die Kästner-Schule in Northeim zu schließen, nehme auch die Möglichkeit, dass die Einrichtung eine „Regionalstelle für schulische Inklusion“ werden könne. Diese sollen quasi Zentralen für sonderpädagogische Unterstützung der Schulen vor Ort sein. Solche Regionalstellen sieht das geplante neue Schulgesetz für jeden Landkreis vor.

Von Axel Gödecke

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