Rat fordert Reduzierung der Vorrangflächen im Stadtgebiet

Stadt Northeim setzt bei Windkraft ein Zeichen

Luftbild Windanlagen in Lichtenborn
+
Der Bau von Windkraftanlagen soll zumindest auf den vom Landkreis zusätzlich vorgesehenen Flächen im Northeimer Stadtgebiet verhindert werden. Diese Windräder steht auf dem Heiligenberg in Lichtenborn.

Auf zusätzlich geplanten Vorrangflächen im Northeimer Stadtgebiet soll der Bau von Windkraftanlagen verhindert werden.

Northeim – Der im geplanten Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises Northeim ausgewiesene Bereich von Windvorrangflächen auf Northeimer Stadtgebiet muss deutlich reduziert werden. Dafür hat sich der Rat der Stadt Norheim mit großer Mehrheit in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag ausgesprochen.

Damit folgte der Rat einem gemeinsamen Antrag der Höckelheimer GfH-Ortsratsfraktion und der FUL-Stadtratsfraktion, den Ratsherr Armin Töpperwien (FUL) bei der Sitzung in der Höckelheimer Mehrzweckhalle damit begründete, dass die Stadt Northeim mit einem Drittel aller Windkrafträder des Landkreises auf ihrem Stadtgebiet eine unverhältnismäßig große Belastung zu tragen hätte.

In diesem Zusammenhang verwies Töpperwien darauf, dass selbst Mitgliedern des Kreistages, die nicht in Northeim wohnten, dies bereits aufgefallen sei und dementsprechend vorgeschlagen hätten, die Vorranggebiete im Northeimer Stadtgebiet, die über die im Flächennutzungsplan der Stadt Northeim vorgesehenen Bereiche hinausgehen, nochmals genauer zu prüfen

Auf Vorschlag von Bürgermeister Simon Hartmann wurde nach einer längeren Diskussion der GfH/FUL-Antrag dahingehend ergänzt, dass nicht nur die Flächen östlich der Autobahn im Bereich der Ortschaft Höckelheim, sondern auch die Flächen im Bereich Denkershausen westlich der B 248 bis zur Autobahn sowie die zusätzlichen Flächen im Bereich der Gemarkungen Hollenstedt/Stöckheim aus dem Entwurf des RROP herausgenommen werden sollen.

Ratsfrau Hildegard Pavel (SPD) hatte die ursprüngliche Formulierung des Antrages abgelehnt, weil darin lediglich die Höckelheimer Flächen explizit erwähnt worden waren. Sie befürchtete, dass dies einen Wettstreit der betroffenen Ortschaften hinsichtlich der Streichung ihrer Flächen aus dem RROP zu Folge haben könnte.

Darüber hinaus beschloss der Rat, dass die Verwaltung gemäß des GfH/FUL-Antrags unverzüglich ein avifaunistisches Gutachten in Auftrag geben soll.

Ratsherr Eckhard Ilsemann (FDP) betonte dazu, dass nur eine solche Untersuchung der in dem Bereich der fraglichen Flächen lebenden Vogelarten die Daten liefern könnte, die zu einem Ausschluss der Flächen führen können. Er berichtete, dass bereits auf Initiative einiger Bürger bereits im Februar durch eine beauftragte Privatperson bei einer dreiwöchigen Untersuchung im Bereich Stöckheim, Hollenstedt, Häckelheim und Hillerse 43 Horste registriert wurden.

In der Brutzeit seien etwa 14 davon besetzt gewesen, so Ilsemann. Ob es sich dabei allerdings um im Zusammenhang mit Windkraftanlagen relevante Arten handele, müsse jetzt von Fachleuten festgestellt werden. Um das Ganze „gerichtsfest zu machen“, sei allerdings ein zusätzliches Avifaunistisches Gutachten notwendig. Und da der Landkreis klar gemacht habe, dass er dafür selbst kein Geld in die Hand nehmen werde, müsse die Stadt das selbst machen.

„Der Beschluss ist ein Zeichen der Stadt an den Landkreis, dass es uns noch gibt“, so Ilsemann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.