Bauausschuss spricht sich für Vorschlag von CDU, Grünen, FUL und FDP aus

Stadt Northeim soll Bauland selbst erschließen

Neubaugebiet mit Baumaschinen und im Bau befindlichen Häusern
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Diesen Anblick wünschen sich Bauwillige in vielen Northeimer Ortschaften. Doch obwohl genügend Bauland zur Verfügung steht, findet sich oftmals kein privater Erschließungsträger, der ein Neubaugebiet entwickeln könnte. Unser Archivfoto entstand in Sudheim, wo es diese Probleme nicht gab.

In den Northeimer Dörfern soll mehr gebaut werden

Northeim – Die Zeiten, in denen die Ausweisung von Neubaugebieten in Ortschaften an mangelndem Interesse möglicher privater Erschließungsträger scheitert, sind wohl bald vorbei.

In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt dafür ausgesprochen, dass künftig in solchen Fällen die Stadt Northeim selbst die Erschließung übernimmt. Ein entsprechender Antrag der CDU-Grünen-Ratsgruppe sowie der FUL und der FDP sieht vor, dass die Stadt selbst einspringt, wenn sich kein privater Investor findet – vorausgesetzt die Erschließung ist wirtschaftlich vertretbar und deckt sich mit den vom Rat beschlossenen städtebaulichen Zielen. Ein grundsätzliches Recht auf Erschließung schließen die Antragsteller aber aus.

Die Aufhebung eines Grundsatzbeschlusses des Northeimer Rates, wonach Bauland grundsätzlich nur durch private Investoren erschlossen werden darf, ist dafür nicht notwendig. Nachdem CDU und Grüne bereits 2018 genau das beantragt hatten, hat sich nämlich herausgestellt, dass es einen solchen Grundsatzbeschluss überhaupt nicht gibt.

Jetzt wird sogar in Erwägung gezogen, dass die Stadt Northeim nicht nur Bauland erschließt, wenn sich kein privater Investor findet, sondern auch die Vermarktung der Grundstücke selbst übernimmt – durch die Gründung einer städtischen Gesellschaft oder den Einkauf in eine bestehende Wohnungsbaugesellschaft. Einzelheiten dazu sollen aber erst noch in den Fraktionen besprochen werden.

In ihrer Beschlussvorlage, die in einer der nächsten Sitzungen erneut behandelt werden soll, nennt die Verwaltung unter anderem folgende Aspekte, die in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden müssen:

- die Gleichbehandlung der Lebensverhältnisse in der Kernstadt und den Ortschaften,

- die zusätzliche Schaffung von bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum,

- der Kauf entsprechender Grundstücke,

- die nachhaltige Entwicklung von Bauland,

- die Reaktivierung von Brachflächen und

- die Neunutzung von leer stehenden Gebäuden.

Sowohl Ausschussvorsitzender Dietmar Kahler als auch Ausschussmitglied Rainer Giesemann (beide SPD) begrüßten in der Sitzung den gemeinsamen Antrag der anderen Fraktionen.

Sie machten anhand von Beispielen aus ihren jeweiligen Heimatorten Hammenstedt beziehungsweise Denkershausen den großen Handlungsbedarf in Sachen Baulanderschließung in den Dörfern deutlich.

Obwohl es genügend Bauwillige und auch die entsprechenden Flächen für Neubauten gebe, sei es in den beiden Ortschaften trotz großer Bemühungen bislang noch nicht gelungen, einen privaten Erschließungsträger zu finden.

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