Bauausschuss spricht sich für Antrag der Grünen aus

Northeim soll das Klima schützen

Luftbild Photovoltaikanlage im Gewerbepark Hardegsen.
+
Erneuerbare Energieformen sollen künftig im Northeimer Stadtgebiet stärker gefördert werden, um bis 2030 die Treibhausgas-Emission um 45 Prozent zu reduzieren. Hier ist die Photovoltaikanlage im Gewerbepark Hardegsen zu sehen.

Das Thema Klimaschutz wird in Northeim wichtiger.

Northeim – Die Stadt Northeim wird zwar nicht den Klimanotstand ausrufen, aber sie wird künftig darauf achten, dass ihre politischen Entscheidungen möglichst einen Beitrag zur Eindämmung der Klimakrise leisten. Dafür hat sich der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt in seiner jüngsten Sitzung ausgesprochen.

Für die Fraktion der Grünen, die einen entsprechenden Antrag bereits 2019 gestellt hatten, erklärte Ausschussmitglied Hans Harer, dass die Ausrufung des Klimanotstandes keineswegs im Vordergrund des Antrags gestanden habe. Viel mehr sei es darum gegangen, die anderen Fraktionen und die Verwaltung aufzufordern, die schwerwiegenden Folgen der Klimakrise anzuerkennen und Maßnahmen zur Eindämmung zu ergreifen.

Mit der Zustimmung zu einer entsprechenden Beschlussvorlage der Verwaltung ist der Bauausschuss dieser Aufforderung nachgekommen. Demnach wird sich die Stadt Northeim dazu verpflichten, ihre Treibhausgas-Emissionen im Stadtgebiet im Vergleich zu 2013 bis zum Jahr 2030 um 45 Prozent und bis 2050 um mindestens 80 Prozent zu senken – unter anderem durch die Einführung von Energiesparmodellen in den städtischen Schulen und Kindergarten sowie den verstärkten Ausbau und die Förderung erneuerbarer Energie. Außerdem soll bei allen anstehenden Entscheidungen jeweils die Lösung bevorzugt werden, die sich positiv auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirkt.

Dazu ist vorgesehen, dass die Verwaltung bei der Vorbereitung sämtlicher politischer Beschlüsse zunächst prüfen muss, inwiefern eine direkte oder indirekte Auswirkung auf das Klima zu erwarten ist. Hierzu zählen nicht nur die Bereiche Energiesparen und Mobilität, sondern auch die Realisierung von Bauvorhaben, die Planung von Anschaffungen, die Organisation von Veranstaltungen, die Entsorgung von Abfall und Abwasser sowie die Veränderung von Flächen. Vorhaben, die eine positive Auswirkung auf das Klima haben, sollen bevorzugt verwirklicht werden.

Wie kompliziert die Bewertung der sogenannten Klimarelevanz eines geplanten Projektes sein kann, machte Anna-Lena Enskat, Klimamanagerin der Stadt Northeim, in der Sitzung anhand einer fiktiven Planung für ein Fahrradparkhaus deutlich. Bei der sei zwar zu berücksichtigen, dass der Bau eine Flächenversiegelung zur Folge hätte, was nicht im Sinne des Klimaschutzes sei. Auf der anderen Seite könnte ein solches Parkhaus aber dazu führen, dass mehr Menschen darauf verzichten, mit dem Auto in die Stadt zu fahren und stattdessen das Fahrrad benutzen. Und das wäre wiederum sehr gut für das Klima, so Enskat.

Ausschussmitglied Eckhard Ilsemann wiederholte in diesem Zusammenhang seine Kritik an den Planungen für die neue Schuhwallhalle. Die solle ja bekanntlich mit einer Klimaanlage ausgestattet werden, was nicht im Sinne des Klimaschutzes sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.