Stadthalle: Brandschutzmängel offenbar schon lange vorhanden

Foto: Jelinek

Northeim. Viele Ratsmitglieder in Northeim wollen die Stadthalle Northeim auch über den 30. April 2015 hinaus erhalten, obwohl sie erhebliche Brandschutzmängel aufweist.

Die Debatte darüber, ob sich Northeim eine neue Stadthalle, kombiniert mit einer vom Landkreis zu bauenden Sporthalle leisten will, oder nicht, hat die Frage der Zukunft der bestehenden Stadthalle in den Hintergrund rücken lassen. Dennoch sind sich viele Ratsmitglieder einig, dass die alte Halle auch über den 30. April 2015 hinaus weiter betrieben werden soll.

Den Schließungstermin hat der Landrat der Stadt gesetzt, und zuvor auch schon zweimal verlängert. Hintergrund: Die Schließung ist Bestandteil des Zukunfts-Entschuldungsvertrags mit dem Land. Ausnahme: Es findet sich ein Privatbetreiber, was nicht gelang.

Hinzu kommen aber auch vom TÜV Ende 2012 festgestellte Brandschutzmängel, die es offenbar schon seit Jahrzehnten gibt. Von 29 Brandschutzklappen sind laut TÜV nur vier ohne Mängel. 25 weisen einen mangelhaften Einbau auf. Warum das bislang nicht auffiel, darauf gibt es aus dem Rathaus keine Antwort. Alte Akten sind offenbar verschwunden.

Ein Antrag der FDP, 200 000 Euro für die Beseitigung von Brandschutzmängeln bereitzustellen, scheiterte jetzt zwar im Verwaltungsausschuss. Dennoch scheint Einigkeit zu herrschen, den Hallenbetrieb zumindest mittelfristig aufrecht zu halten, entweder bis zur Fertigstellung einer neuen Halle oder bis zu einer Generalsanierung. Letztere würde nach einer Grobschätzung des Bauamts zwei Millionen Euro kosten. Eine Entscheidung darüber soll laut SPD-Fraktionschef Berthold Ernst im März 2015 getroffen werden. Bis zum 28. Februar soll die Verwaltung genaue Kosten vorlegen, sowohl für die Sanierung als auch den Neubau. Erst dann sollte auch entschieden werden, ob und wieviel man in die alte Halle stecken wolle, so Ernst.

Beseitigt man alle Brandschutzmängel, müssten 425 000 Euro investiert werden. Dies sollte schon im Sommer 2013 passieren. Doch damals wurde ein Vorschlag der Verwaltung, obwohl Geld vorhanden war, vom Rat nicht behandelt. (goe)

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