Tomas Sniadowski möchte die Stadthalle übernehmen

Stadthalle Northeim: Möglicher Betreiber ist enttäuscht

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Northeim. Im Februar hatte Tomas Sniadowski gesagt, dass er die Stadthalle Northeim als Betreiber übernehmen möchte. 

Ein paar Monate ist es jetzt her, dass Tomas Sniadowski, Northeimer Musikproduzent, Sänger und Inhaber einer Veranstaltungsagentur, angekündigt hat, dass er gern die Northeimer Stadthalle als Betreiber übernehmen möchte.

Doch viel passiert ist seitdem laut Sniadowski nicht: Nach einem Gespräch mit Bürgermeister Simon Hartmann durfte Sniadowski sein Konzept kürzlich dem Verwaltungsausschuss vorstellen.

Allerdings sei ihm auch signalisiert worden, dass in diesem Jahr nichts mehr passieren werde. Das, so Sniadowski, sei für ihn völlig unverständlich: „Zehn Jahre wird händeringend ein Betreiber gesucht. Jetzt ist jemand da und die Stadt ist scheinbar nicht darauf vorbereitet. Die Mühlen in Northeim mahlen halt langsam“. Für ihn als Geschäftsmann sei es aber unvorstellbar, ein Jahr zu warten, bis seine Pläne eventuell umgesetzt werden können.

Schockiert hätten ihn auch einige negative Reaktionen, unter anderem aus Teilen der Northeimer Politik.

„Ich will mein privates Geld in dieses Projekt investieren, um die Innenstadt wiederzubeleben, und als Erstes wird mir signalisiert, was alles nicht geht“. Auch könne er nicht verstehen, warum der Stadthallen-Förderverein so gegen ihn „geschossen“ habe. Zum Glück sei die Reaktion in der Öffentlichkeit aber durchweg positiv gewesen.

Er habe das Ziel, viele Veranstaltungen nach Northeim zu holen – allerdings nicht so viele Non-Profit-Veranstaltungen wie bisher.

Sniadoswki: „Natürlich will und muss ich Geld verdienen. Ich würde mehrere Mitarbeiter einstellen, die auch bezahlt werden wollen. Der Gastronomie-Bereich muss mit viel Geld saniert werden, auch in die Technik müsste ich investieren“, sagt der 37-Jährige. Nach wie vor möchte er gern die Stadthalle übernehmen. Aber: „Ich kann nicht ewig warten“.

Seitens der Northeimer Stadtverwaltung betont Pressesprecher Marcos Prieto, dass die mögliche Übernahme der Stadthalle durch einen privaten Investor eine Unternehmung darstelle, die sehr komplex und unter vielen Gesichtspunkten betrachtet werden müsse. Prieto: „Hier stehen wir gemeinsam mit Herrn Sniadowski erst am Anfang des Prozesses. 

Die Stadt Northeim wird diesen Prozess der Zusammenarbeit selbstverständlich mitgestalten und positiv unterstützen“. Die ersten Schritte richten sich laut Prieto insbesondere darauf, konkrete und sachliche Kriterien für die Entscheidung zu benennen sowie auf einen effektiven und zielgerichteten Ablauf einer entsprechenden Übernahme hinzuwirken. „Dies ist ein zwingender Schritt, um eine sachliche Grundlage für die Entscheidung des Investors zu schaffen“, betont Prieto. 

Inwieweit sich die Stadt Northeim an den von Tomas Sniadowski zu tragenden Aufwendungen für Sanierung und Technik beteilige, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden, heißt es weiter. Zunächst müsse die Bestandsaufnahme erfolgen, um eine sachliche Grundlage für die Entscheidung des möglichen Betreibers und auch für den Northeimer Stadtrat zu schaffen. Laut Prieto beträgt der jährliche Fehlbetrag für die Northeimer Stadthalle rund 280 000 Euro. Als einen Grund dafür sieht Tomas Sniadowski unter anderem die aktuell geltende Miet- und Benutzungsordnung für die Stadthalle, die vorsieht, dass für gemeinnützige soziale Organisationen, politische Parteien, örtliche Vereine und Organisationen eine Ermäßigung bis zu 50 Prozent auf den festgesetzten Stadthalle-Mietpreis gewährt werden kann. 

Diese Regelung betreffe demnach fast alle Veranstaltungen, sagt Sniadowski. „Mit der Vermietung der Stadthalle muss man auch Geld verdienen wollen.“ Er möchte nach seinen Worten weiterhin sehr gern die Stadthalle Northeim betreiben – allerdings wünscht er sich mehr Unterstützung, nicht nur von der Stadt, sondern auch von den politischen Parteien, die ihm bislang kritisch gegenüber stehen. 

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