Sanierung ist ein mehrjähriges Projekt

Stadtmauer von Northeim wird Fuge für Fuge instandgesetzt

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Aufwändige Handarbeit: Vorarbeiter Jürgen Rittmeier beim Fugenreinigen an der Mauerkrone.

Northeim. Ein restauratorisches Großprojekt startete jetzt die Stadt Northeim: Die aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammende Stadtmauer um die Innenstadt, von der heute noch 1,7 Kilometer erhalten sind, soll in den nächsten Jahren komplett restauriert werden. 

Am ersten Teilstück entlang der Oberen Straße laufen jetzt die Arbeiten.

„Wir nehmen diesen ersten Bauabschnitt als Pilotprojekt, um zu erkunden, wie wir die anderen Teile dann angehen und mit welchen Kosten wir zu rechnen haben“, sagt Northeims Tiefbauamtsleiter Thomas Hunold. Der erste Sanierungsabschnitt zwischen Wieterstraße und Theater der Nacht kostet nach Hunolds Angaben 88 000 Euro.

Geschick gefragt: Vorarbeiter Reinhard Jung sägt Kalk-Bruchsteine aus Elvese zurecht, die kaputte Mauersteine ersetzen sollen.

Beauftragt mit der Restaurierung des 60 Meter langen Mauer-Teilstücks hat die Stadt das auf die Sanierung historischen Mauerwerks spezialisierte Bauunternehmen Stietenroth aus Gleichen. Das hat nach Angaben seines Bauleiters Andreas Schulz auch schon die Stadtmauern von Duderstadt und von Hann. Münden restauriert.

In Northeim sind es die beiden Vorarbeiter Reinhard Jung und Jürgen Rittmeier, die täglich bei derzeit fast unerträglicher Hitze Meter für Meter die Stadtmauer bearbeiten. Und dabei ist nicht nur Fachwissen, sondern auch viel Geschick gefragt.

Aufwändige Handarbeit: Vorarbeiter Jürgen Rittmeier beim Fugenreinigen an der Mauerkrone.

Zuerst wurde die Mauer von Bewuchs befreit. Büsche, bis zu eineinhalb Meter hoch, waren bereits aus den Fugen gewachsen, sprengten mit ihrem Wurzelwerk teilweise schon das Mauerwerk. Dann folgen die Reinigung der Fugen, das Auskratzen des losen Mörtels, der Austausch kaputter Steine und die Neuverfugung jeder einzelnen Fuge mit Kalk-Mörtel. Fachlich begleitet wird die Sanierung vom Göttinger Diplom-Restaurator Dr. Wanja Wedekind.

Damit der Mörtel bei der Hitze nicht zu schnell trocknet und „ausbrennt“, wie Experten sagen, decken Rittmeier und Jung fertige Mauerteile mit Bahnen aus Jutestoff ab. „Eine Woche muss das Ganze darunter langsam trocknen,“ erzählt der zweite Bauleiter Jan Wucherpfennig. Passiert dass nicht, riesele der Mörtel nach und nach wieder heraus.

Unerwünscht: Ganze Büsche wachsen aus den Mauerritzen.

Handwerkliches Geschick müssen die Vorarbeiter auch beim Zuschneiden der Steine beweisen, die kaputte alte Exemplare im Mauerwerk ersetzen sollen. Dabei werden die Steine erst gesägt und anschließend mit dem Hammer bearbeitet. „Als Ersatz nutzen wir Kalksandstein aus der Region. Unsere Steine kommen aus dem Steinbruch bei Elvese“, bemerkt Bauleiter Schulz.

Fertig sein soll der erste Abschnitt im November. Dann soll, laut Tiefbauamtschef Hunold, in jedem Jahr ein weiterer Mauerabschnitt restauriert werden.

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