Fragen und Antworten

Stadtwerke Northeim sanieren Zentrale und investieren eine Million Euro

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Frontfassade schon fertig: Der SWN-Abteilungsleiter-Technik, Thorsten Buschjost (links) und SWN-Pressesprecher Lars von Minden vor der sanierten Verwaltungszentrale der Stadtwerke am Mühlenanger.

Northeim. Die Stadtwerke Northeim (SWN) sanieren ihre Zentrale am Northeimer Mühlenanger.

Eine Million Euro investiert der örtliche Energie- und Wasserversorger, der eine 100-prozentige Stadt-Tochter ist, in sein Verwaltungs- und Werkstatthaus.

Darüber sprach die HNA mit SWN-Abteilungsleiter Technik, Thorsten Buschjost und SWN-Sprecher Lars von Minden. Hier mehr Fakten in Fragen und Antworten.

Warum ist die Sanierung notwendig? 

Energetisch gesehen war die bisherige Situation in unserer Zentrale eine Katastrophe“, sagt Buschjost. Das Gebäude stamme aus dem Jahre 1973 und habe kaum eine Isolierung aufgewiesen. Hinter dem in den 1990er-Jahren aufgebrachten Blechbehang habe sich lediglich etwas Glaswolle befunden, von der dank etlicher Marder, die sich darin wohl gefühlt hätten, kaum noch etwas übrig gewesen sei. Buschjost: „Deshalb haben wir im Frühjahr dieses Jahres mit der energetischen Vollsanierung begonnen.“

Was wurde und wird denn alles gemacht? 

So dick ist die Dämmung: Thorsten Buschjost an dem Fassadenabschnitt, an dem noch gearbeitet wird.

Nach Beseitigung des alten Fassadenbehangs wurde rings um das Gebäude eine Klinkermauer errichtet. Dafür musste zuerst um den Gebäudekomplex ein zusätzliches Fundament gegossen werden. Zwischen alter Hauswand und neuer Klinkerstein-Mauer wurde noch eine zehn Zentimeter dicke Dämmung eingebracht, so dass die Wanddicke nunmehr 54 Zentimeter beträgt. Auch sämtliche Fenster wurden ausgetauscht. Dies alles nicht nur im Verwaltungstrakt, sondern auch rund um den 30 Meter langen Werkstatt- und Lageranbau.

Der Anbau bekommt derzeit noch ein neues Dach. Warum? 

Auf dem Lager- und Werkstattkomplex lassen die Stadtwerke eine Photovoltaik-Solaranlage installieren. Deswegen ist schon aus statischen Gründen der Neubau eines flach geneigten Daches erforderlich geworden. Außerdem mussten wegen der dickeren Mauern neue Dachüberstände konstruiert werden.

Auf dem Dach der Werkstatthalle entsteht eine Photovoltaikanlage. Warum machen das die Stadtwerke? 

„Als Energieberater gehen wir zu unseren Kunden und werben dafür, was alles an Energieeinsparung und Eigenerzeugung möglich ist, da wollten wir als Stadtwerke einmal selbst mit gutem Beispiel vorangehen“, fährt Abteilungsleiter Buschjost fort. Die Photovoltaikanlage solle auch als Anschauungsobjekt für SWN-Kunden dienen. Sie wird eine Nennleistung von 60 Kilowatt haben. Damit könnte man 20 Einfamilienhäuser ganzjährig mit Strom versorgen. Die Stadtwerke benötigen die Hälfte des Strom selbst, der Rest geht ins allgemeine Netz.

Gibt es auch Verbesserungen an der Heizung? 

Ja, auch die wird komplett erneuert“, sagt der SWN-Technik-Chef. Eingebaut werde eine Gas-Wärmepumpen-Heizung. Bis zum Spätherbst soll sie in Betrieb sein. Bereits bei der Innensanierung, die in den vergangenen drei Jahren stattgefunden hat, seien neue Heizkörper installiert und energetische Schwachstellen im Innern des Gebäudes beseitigt worden, ergänzt SWN-Sprecher von Minden.

Wird auch die Werkstatt- und Lagerhalle gedämmt? 

Die Klinkermauer mit Dämmung wurde auch rings um den langen Werkstatt-Komplex gesetzt. Hier wurden zusätzlich noch neue Rolltore eingesetzt und die energiefressenden Glasbausteine durch Fenster ausgetauscht. Im Innern der Werkstatt entstehen derzeit auch neue Sozial- und Sanitärräume für die rund 30 SWN-Monteure.

Warum haben sich die Stadtwerke für die aufwändige Klinkerung des gesamten Komplexes entschieden?

Natürlich ist das ein Spagat für uns. Wir stehen als Versorger im Blickpunkt der Bürger, haben aber ein unansehnliches Gebäude gehabt, was keine Werbung für uns war“, betont Buschjost. Die Klinkerversion mit Dämmung sei nicht nur energetisch top, sie gebe zudem ein tolles Außenbild mit norddeutschem Charakter ab.

Müssen die Stadtwerke-Kunden mit Strom-, Gas- oder Wasser-Preiserhöhungen wegen der Sanierungsklosten rechnen?

Nein. Die Kosten werden sich laut SWN durch die zu erzielenden Energieeinsparungen innerhalb von 25 Jahren von selbst amortisieren. Preiserhöhungen deswegen werde es nicht geben, versichern Buschjost und von Minden.

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