Fragen und Antworten

Stadtwerke Northeim übernehmen Stromnetz im Umland

Archivbild: Berger

Northeim. Nach vierjährigen Verhandlungen mit der Energienetz Mitte (früher Eon Mitte) ist die Übertragung der Stromnetze in den Northeimer Ortschaften an die Stadtwerke Northeim (SWN) unter Dach und Fach. Das haben die SWN mitgeteilt.

Wir erläutern in Fragen und Antworten, was das bedeutet:

Zu welchem Termin wird die Übertragung vollzogen?

Die Stromnetze für die Ortschaften Berwartshausen, Bühle, Denkershausen, Edesheim, Hammenstedt, Hillerse, Höckelheim, Imbshausen, Lagershausen, Langenholtensen, Schnedinghausen, Stöckheim und Sudheim wird zum 1. Januar 2016 vollzogen.

Was bedeutet die Netzübertragung für die Kunden?

Zunächst ändert sich nichts. Die Haushalte in den Ortschaften, die nicht SWN-Kunden nicht, behalten ihren Stromlieferanten.

Ändern sich die Strompreise durch die Netzübertragung?

Jein. Durch die Netzübertragung werden die Strompreise der Stadtwerke in der Kernstadt und den Ortschaften vereinheitlicht. Bisher ist die Kilowattstunde Strom in den Ortschaften mit 26,97 Cent günstiger als in der Kernstadt mit 27,32 Cent. Dafür liegt der jährliche Grundpreis mit 57,12 Euro in der Kernstadt bisher unter dem in den Ortschaften mit 65,40 Euro (alle Preise inklusive Mehrwertsteuer).

Zu welchem Preis die SWN den Strom im kommenden Jahr anbieten, ist noch nicht bekannt. Wie SWN-Vertriebsleiter Joachim Kaiser erklärt, können die Preise noch nicht genannt werden, da sie von vielen „staatlichen Faktoren“ abhängig sind, die erst zum Jahresende bekannt gegeben werden.

Wieso ist die Netzübertragung nicht schneller möglich? 

Die Stromnetze müssen zunächst entflechtet werden, erklärt SWN-Geschäftsführer Dirk Schaper. Dazu sind auch Baumaßnahmen erforderlich.

Warum gibt Energienetz Mitte (ein Tochterunternehmen der EAM) das Netz in den Northeimer Ortschaften überhaupt an die Stadtwerke ab?

Für den Betrieb der Netze in den Städten und Gemeinden vergeben die Kommunen Konzessionen. Der Northeimer Stadtrat hat 2011 entschieden, die Konzession an die Stadtwerke zu vergeben. Damit war der bisherige Konzessionsnehmer Eon Mitte (heute Energienetz Mitte) verpflichtet, das Netz zu übertragen. Seitdem wurde über die Übertragungsmodalitäten, insbesondere den Preis, verhandelt. Zu welchem Preis die Übertragung nun erfolgt ist, darüber haben die Vertragspartner laut Schaper Stillschweigen vereinbart.

Was waren die Gründe für die Vergabe an die Stadtwerke? 

Die Politik wollte den größtmöglichen Einfluss auf das Stromnetz haben. Außerdem bringt die Konzession an die Stadtwerke der Stadt die höchstmögliche Abgabe, sprich das meiste Geld.

Wie lange läuft der Konzessionsvertrag? 

Der Vertrag läuft 16 Jahre und endet am 31. Dezember 2031.

Wie groß wird das SWN-Stromnetz mit der Übernahme der Ortschaftsnetze? 

Zu den nach SWN-Angaben derzeit 279 Kilometer Stromleitungen kommen rund 150 Kilometer für Stromversorgung und Straßenbeleuchtung dazu. Gleichzeitig wächst die Zahl der Abnahmestellen von 13.000 auf 19.500.

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