Supermärkte spüren Ansturm

Steigende Lebensmittelnachfrage durch Coronavirus

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Er bleibt vorerst gelassen: Tobias Schnabel führt den Edeka-Markt in Northeim, um leere Regale macht er sich trotz steigender Nachfrage keine Gedanken.

Wer zurzeit in Supermärkten einkaufen geht, trifft auf ungewöhnlich viele andere Kunden – und teilweise auf komplett leere Regale.

Seit das Coronavirus in Deutschland angekommen ist, decken sich auch im Northeimer Umland Menschen mit Mundschutz und Desinfektionsmitteln ein – selbst wenn es bislang keinerlei Empfehlungen dazu gegeben hat. Das tun sie teilweise so intensiv, dass die Produkte fast überall ausverkauft sind.

Mit Maske vor Mund und Nase kaufen zwar noch die Wenigsten ein, aber es gibt sie, die Kunden die mit vollgepackten Einkaufswagen die Kasse ansteuern und sich mittels Mundschutz vor dem Virus schützen möchten.

Öl, Mehl und Konserven besonders begehrt

Das veränderte Kaufverhalten ist deutlich sichtbar. Gerade bei Discountern wie Aldi und Lidl fehlen große Mengen an Öl, Mehl und Konserven. Anders sieht es derzeit noch beim Verbrauchermarkt Marktkauf aus. 

Haltbare Waren wie Nudeln, Soßen, Reis, Konserven und Eingelegtes wie Pilze oder Gurken sind besonders gefragt, aber auch Toilettenpapier sei rar in diesen Zeiten, erzählt ein Supermarktmitarbeiter gegenüber unserer Zeitung.

Ein ungewöhnlicher Anblick: Einige Regale in den Supermärkten sind häufiger leer.

Tobias Schnabel vom Edeka-Markt in Northeim kann sich bisher noch nicht über fehlende Produkte beschweren. 

„Wir haben in den vergangenen Tagen mehr Umsatz gemacht, das stimmt“, allerdings werde die Ware nicht knapp, so Schnabel. 

Das Zentrallager in Melsungen habe bisher keine Waren gestrichen, sein Markt werde ganz regulär beliefert.

Situation seit vielen Jahren einmalig

Das bestätigt auch Hans-Richard Schneeweiß, Geschäftsführer der Edeka-Hessenring in Melsungen. 

Der Großhandel beliefert 537 Edeka-Märkte in der weitläufigeren Region, darunter auch den von Tobias Schnabel. 

Seit 45 Jahren ist Schneeweiß Kaufmann, und diese Situation sei seit vielen Jahren einmalig.

Billigprodukte schneller vergriffen

„Insbesondere bei den Billigprodukten wird häufig zugegriffen, und die Leute kaufen Unmengen an Mehl und Zucker.“ Auch Desinfektionsmittel und Wasser seien stärker nachgefragt als üblich. 

„Einen wirklichen Ansturm gibt es bisher wirklich nur beim Desinfektionsmittel“, stellt auch Tobias Schnabel fest. Vermehrt wurde unter anderem Kindernahrung, Milch, Mehl und Zucker gekauft. 

„Bei Kollegen in Freiburg habe ich ganz andere Bilder gesehen, aber bei uns blieb der wirklich große Ansturm bisher aus.“

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