Keine Entscheidung im ersten Wahlgang

Stimmen zur Bürgermeisterwahl in Northeim: Das sagen die Parteien

Northeim. Unterschiedlich wird der Ausgang der Bürgermeisterwahl in Northeim vom Sonntag von den Chefs der Northeimer Ratsfraktionen aufgenommen.

SPD-Kandidat Simon Hartmann hatte 46,4 Prozent erzielt, der von der CDU unterstützte, amtierende Rathauschef Jörg Dodenhöft 41,3 und FUL-Kandidat Dietmar Weiß 12,3 Prozent.

Berthold Ernst

SPD-Fraktionsvorsitzender Berthold Ernst freute sich über ein "so deutliches Votum" für den SPD-Mann Simon Hartmann. Für den zweiten Wahlgang am 11. März zeigt er sich zuversichtlich: „Ich sehe gute Chancen für Hartmann, den die SPD in den nächsten 14 Tagen weiter kräftig unterstützen wird.“ Wenn nur die Hälfte derer, die am Sonntag für Dietmar Weiß gestimmt hätten, in zwei Wochen Simon Hartmann wählten, dann werde dieser die 50-Prozent-Marke deutlich knacken.

Reta Fromme

Die CDU-Fraktionsvorsitzende, Reta Fromme sagte zum Ergebnis von Dodenhöft; „Wir freuen uns, dass so viele Northeimer ihn für den besseren Kandidaten halten.“ Es sei aber noch viel Arbeit zu leisten. Nun gelte es in den zwei Wochen bis zur Stichwahl Überzeugungsarbeit zu leisten, gerade auch in Sachen Wahlbeteiligung. Dodenhöft habe versucht, mit Sachthemen zu überzeugen. Vielleicht seien die Leute mit Emotionen leichter zu erreichen, vermutet sie, wieso Simon Hartmann den ersten Wahlgang für sich entschieden hat.

Eckhard Ilsemann

FDP-Fraktionsvorsitzender Eckhard Ilsemann zeigte sich vor allem von der geringen Wahlbeteiligung von 41,5 Prozent enttäuscht. „Da wird immer gemeckert, es werde Zeit, in Northeim etwas zu verändern – und dann ist vielen die Bürgermeisterwahl egal. Das verstehe ich nicht.“ Aus Sicht Ilsemanns ist der Ausgang der Stichwahl offen: „Das Ding ist noch nicht gelaufen“. Eine gemeinsame Wahlempfehlung werde die FDP auch für die Stichwahl nicht abgeben. Ilsemann: „Ich persönlich werde mich erst in der kommenden Woche äußern.“

Maik Schmitz

AfD-Fraktionsvorsitzender Maik Schmitz sagte: „Wir hoffen, dass die Vernunft und der Verstand über die Ideologie siegen.“ Er erneuert damit für die Stichwahl die AfD-Wahlempfehlung pro Dodenhöft. Dieser sei der mit Sicherheit kompetentere Kandidat. Über die geringe Wahlbeteiligung äußerte sich Schmitz geschockt, immerhin gehe es um die Zukunft der Stadt – und die Wahlperiode des Bürgermeisters betrage diesmal acht Jahre. 

Hans Harer

Grünen-Fraktionschef Hans Harer gab zu, zwar mit einer Stichwahl gerechnet zu haben, allerdings hätte er sich eine andere Reihenfolge auf den Plätzen eins und zwei gewünscht und Jörg Dodenhöft vorn gesehen. Die Bündnisgrünen erneuerten ihre Wahlempfehlung, bei der Stichwahl in zwei Wochen für Dodenhöft zu stimmen. Harer: „Er hat nicht nur Inhalte konkret genannt, sondern er hat auch die notwendige Personalführungs-Erfahrung“. 

Armin Töpperwien

Der FUL-Fraktionsvorsitzende Armin Töpperwien betonte, die FUL werde für die Stichwahl am 11. März keine Wahlempfehlung abgeben. „Wir positionieren uns nicht“, sagte er. Die FUL werde das Wahlergebnis akzeptieren. „Wir arbeiten mit jedem Bürgermeister im Interesse der Stadt zusammen.“ Für ein besseres Ergebnis für den FUL-Kandidaten Dietmar Weiß sei die Zeit zwischen Nominierung und Wahltermin zu kurz gewesen. So habe man ihn nicht bei allen Bürgern bekannt machen können. „Die Wahlbeteiligung ist eine Katastrophe“, sagte Töpperwien. Sie sei der Ausdruck davon, wie die Bürger die Politik in der Stadt in den vergangenen Jahren beurteilen: Sie haben sich nach Töpperwiens Worten desinteressiert abgewendet.

Der erste Wahlgang der Bürgermeisterwahl in Northeim hat keine Entscheidung gebracht. Erwartbar, kommentiert HNA-Redaktionsleiter Olaf Weiss.

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