Sanierung dauert länger

Bahnstrecke Northeim-Herzberg: Morsche Dübel in alten Schwellen

Bohrer mit Benzinmotor: Mit diesem Gerät werden die Holzreste aus den Löchern gebohrt.

Northeim. Pünktlich zum Schuljahrsbeginn sollen auf der Bahnstrecke Northeim - Herzberg die Züge ab Donnerstag, 3. September, wieder rollen.

Das hat der Leiter des Regionalnetzes Harz-Weser, Udo Dietrich, im Gespräch mit der HNA angekündigt. Bis dahin wird weiter mit Hochdruck am Abschluss der Sanierungsarbeiten gearbeitet, die eigentlich schon vor einer Woche beendet sein sollten.

Auf dem Streckenabschnitt zwischen Northeim und Katlenburg sollten Schienen und Schwellen komplett ausgetauscht werden. Doch weil die Hersteller der Betonschwellen nicht die dafür benötigten 16.000 Schwellen, sondern nur 7000 liefern konnten, musste umgeplant werden, berichtet Diedrich. Bei Lieferengpässen würden stärker genutzte Strecken bevorzugt beliefert. Deshalb sei nicht einmal die Hälfte der bestellten Schwellen geliefert worden. In einigen Bereichen sollten die alten Gleise und Schwellen deshalb zunächst erhalten bleiben.

Schwelle blieben liegen

Schrauben gelöst: Die Dübel, die sie noch mehr schlecht als recht festgehalten haben, müssen einzeln von Hand ausgebohrt werden. Foto:s  Weiss

Dort, wo ein Austausch der Schwellen deshalb nicht möglich war, wurde nur derGleisschotter gereinigt. Dafür hob eine Maschine Gleis und Schwellen an. Dabei blieben aber unerwarteterweise in einigen Bereiche die Schwellen im Gleisbett liegen. Der Grund: die aus dem Jahr 1958 stammenden Holzdübel, in denen die Schrauben stecken, mit der die Schienen auf der Schwelle befestigt sind, waren verrottet. „Das ist erst das zweite Mal, dass das passiert ist“, sagt Diedrich mit Blick auf seine 35 Dienstjahre.

Die Dübel müssen nun aufwendig ersetzt werden. Nach Diedrichs Worten sind davon drei Abschnitte von je 1200 Meer Länge betroffen. Dort konnten nur einzelne, schadhafte Schellen ersetzt werde.

5500 Verschraubungen - vier pro Schwelle - müssen gelöst, die morschen Holzdübel ausgebohrt und die Dübellöcher gereinigt werde. Anschließend wird per Vorschlaghammer ein Kunststoffdübel eingeschlagen und das Gleis mit einer neuen Schraube wieder befestigt. „Die alten Schrauben passen nur zu den Holzdübeln“, erklärt Diedrich.

Unabhängig davon, ob sie noch alte Holzdübel haben oder die neuen Kunststoffdübel: Im nächsten Frühjahr, so kündigt er an, sollen die alten Schwellen, nachträglich ausgetauscht werden. Dann werden in diesen Streckenabschnitten auch die Schienen erneuert. Dort, wo neue Schwellen verlegt werden konnten, sind die Schienen schon ersetzt worden.

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