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Streit um Hallenzuschuss: Stadt Northeim enttäuscht über Kreis-Beteiligung

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Von: Axel Gödecke

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Das Bild zeigt die Freifläche, auf der die neue Schuhwall-Sporthalle entstehen soll.
Auf der Freifläche im Vordergrund soll die neue Schuhwall-Sporthalle entstehen, die alte Halle (rechts oben) soll abgerissen werden. © Jelinek, Hubert

Die Stadt Northeim übt offen Kritik am Landkreis Northeim und dessen Zusage über die Kostenbeteiligung des Kreises am rund 17 Millionen Euro teuren Ersatzneubau der maroden Schuhwallhalle, die auch als Schulsporthalle für die kreiseigene Oberschule genutzt wird.

Northeim - In der Sitzung des Finanzausschusses zeigte sich Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) „enttäuscht“ über den kürzlichen Kreistagsbeschluss zur finanziellen Beteiligung des Landkreises an dem Bauvorhaben. Dabei, so sagte er, gehe es nicht um die Höhe des zugesagten Zuschusses, den der Kreis von drei auf jetzt 4,2 Millionen Euro angehoben hat. Damit sei er durchaus „zufrieden“. Nicht zufrieden könne man aber mit dem sein, was der Kreistagsbeschluss in Sachen Beteiligung des Landkreises an den drastisch gestiegenen und weiter steigenden Baukosten beschlossen habe.

Simon Hartmann
Simon Hartmann, Bürgermeister Northeim (SPD) © Axel Gödecke

Danach soll die Stadt offenbar nur für die Zeit von 2024 bis 2026 zusätzliche Zahlungen für Baukostensteigerungen erhalten, nach den dann geltenden Preissteigerungen nach dem Baukostenindex. Die Bauplanungsphase der Stadt habe aber schon 2021 begonnen, offenbar gebe es für die Jahre bis 2024, in denen ja gebaut werden solle, gar keinen Ausgleich oder nur in Höhe von 3,5 Prozent. „Tatsächlich stiegen die Baukosten aber schon seit 2021 um jährlich 15 Prozent“, so Nils Backhauß vom Finanzmanagement der Stadt.

Zudem lehnt die Stadt die vom Kreistag beschlossenen Einschränkungen ab, dass der Kreis seine Entgelte für die Nutzung der neuen Sporthalle über zehn Jahre um bis zu 40 Prozent reduziert und dass der 4,2-Millionen-Euro-Baukostenzuschuss mit aus der Kreisschulbaukasse finanziert werden soll. Hierdurch könnten andere Schulbaumaßnahmen der Stadt Northeim gefährdet werden.

Mit dem Landkreis müsse in diesen Fragen dringend nachverhandelt werden, waren sich die Ausschussmitglieder einig. „Das ist kein partnerschaftliches Verhalten“, kritisierte Marcus Krohn (Grüne). Eckhard Ilsemann (FDP) mahnte an, die Kreistagsfraktionen noch einmal in dieser Frage „ins Gebet zu nehmen“.

Die geplante Halle in Zahlen

Für die aus den 1960er-Jahren stammende Schuhwallsporthalle soll es einen Ersatzneubau geben. Für 17 Millionen Euro (Stand: August 2021) soll eine Dreifeld-Halle mit 985 Steh- und Sitzplätzen für Zuschauer entstehen. Hinzu kommt eine Gymnastikhalle. Neben der Halle ist ein Sportzentrum mit Bolzplatz, Skateranlage sowie Sport- und Klettergeräten geplant. Enthalten in den Kosten sind der Abriss der alten Halle und ein Blockheizkraftwerk. Fertigstellung: Ende 2024. (Axel Gödecke)

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