Stress mit digitalem Impfpass

Praxen und Impfzentrum im Kreis Northeim noch in technischer Vorbereitung

Ab Montag können Apotheken einen digitalen Impfausweis ausstellen: Apotheker Wolfram Schmidt stellt sich auf eine große Nachfrage ein.
+
Ab Montag können Apotheken einen digitalen Impfausweis ausstellen: Apotheker Wolfram Schmidt stellt sich auf eine große Nachfrage ein.

Es macht noch keinen Sinn, in den Arztpraxen nach einem digitalen Impfausweis zu fragen. Das sagt Wolfgang Boldt, Vorsitzender des Northeimer Ärztevereins, auf HNA-Anfrage.

Northeim – Inzwischen habe es bereits einige Anfragen von Patienten gegeben.

Wolfgang Boldt

Die Ankündigung von Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU), dass Ärzte, Impfzentren und Apotheken jetzt den digitalen Impfausweis ausstellen sollen, habe natürlich bei den Betroffenen für Aufregung gesorgt. „Das war wieder eine politische Äußerung, die so schnell gar nicht umsetzbar ist“, schimpft Detlef Haffke, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), auf Anfrage. Die Arztpraxen seien aktuell wegen der Aufhebung der Impfpriorisierung sowieso stark belastet, nun müssten sie sich auch noch um ein Software-Update kümmern, das aber erst von den Anbietern entwickelt werden müsse. Dieses Update soll, so die Forderung der Bundesregierung, bis 12. Juli bereitgestellt werden. Die KVN werde deshalb zur Überbrückung für ihre Mitglieder eine Softwarelösung des Robert-Koch-Instituts zur Ausstellung des digitalen Impfpasses bis Mitte kommender Woche zur Verfügung stellen, so Haffke.

Auch im Northeimer Impfzentrum laufen noch die Vorbereitungen zur Umsetzung des digitalen Impfausweises, so Kreissprecher Dirk Niemeyer. Das Land müsse für die Umsetzung die notwendigen Voraussetzungen – wie die Bereitstellung von Hard- und Software – schaffen. Zeitnah solle zunächst das Personal im Impfzentrum für das neue Angebot geschult werden. „Wir gehen derzeit davon aus, dass wir uns hinsichtlich der Umsetzung in der kommenden Woche konkreter zu dem Thema äußern können“, so Niemeyer.

Anders sieht es in den Apotheken aus. Hier können ab Montag digitale Impfausweise erstellt werden, berichtet Wolfram Schmidt von der Apo-Nom-Gruppe. Erforderlich seien Impfpass und Personalausweis. Er hofft, dass der Server dem Ansturm standhalte.

Welche Apotheken den Service anbieten, ist im Internet unter mein-apothekenmanager.de aufgelistet. (Rosemarie Gerhardy)

Per QR-Code zum digitalen Impfausweis

Geimpfte erhalten bei der Impfung künftig den Nachweis als QR-Code. Bereits Geimpften kann dieser nachträglich ausgestellt werden. Dieser QR-Code kann dann in der Cov-Pass-App oder der Corona-Warn-App eingescannt werden. Dabei wird dann der digitale Impfpass erzeugt. Dieser kann dann zukünftig bei Kontrollen als Zertifikat bei Veranstaltungen zum Einscannen vorgelegt werden. Der gelbe Impfpass behält aber weiterhin seine Gültigkeit. rom

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.