Lieferschwierigkeiten bei staatlich geförderten Wallboxen für E-Autos

Stromtankstelle lässt in Northeim auf sich warten

Mann zeigt auf einer leere Hauswand
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Gähnende Leere: Hier sollte eigentlich schon längst die Wallbox hängen, die Hans-Joachim Victor für das neue E-Auto seiner Tochter bestellt hat.

Der Umstieg auf E-Monbilität ist mit Schwierigkeiten verbunden

Northeim - Wer auf E-Mobilität setzt und die staatliche Förderung für den Einbau sogenannter Wallboxen nutzen möchte, braucht derzeit viel Geduld, denn förderfähige Anlagen dieser Art sind momentan nicht zu bekommen.

Diese Erfahrung hat Hans-Joachim Victor aus Hillerse gemacht, der bereits im Januar für seine Tochter ein neues E-Auto bestellt hat und mit der Installation einer Wallbox an ihrem Wohnhaus in Northeim die Voraussetzung dafür schaffen lassen wollte, dass sie direkt zuhause Strom „tanken“ kann, wenn das neue Fahrzeug Mitte Mai geliefert wird.

Doch obwohl Victor zu Beginn des Jahres einen entsprechenden Antrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gestellt hat und die Anlage durch den beauftragten Elektriker Ende Januar bestellt wurde, ging dieser Plan nicht auf.

„Mich erinnert das Ganze an den Boom für Fotovoltaik-Anlagen vor zehn Jahren“, sagt Eckhard Armbrecht, Inhaber der Elektro Köhler GmbH in Northeim. „Damals hatten wir auch große Probleme, die riesige Nachfrage bedienen zu können.“ Ob allein das große Interesse an staatlich geförderten Wallboxen zu dem Lieferengpass geführt hat oder ob die Auswirkungen der Corona-Pandemie der Grund dafür sind, weiß Armbrecht nicht genau. Er vermutet aber angesichts der Nachschubprobleme in vielen anderen Branchen wie zum Beispiel der Autoindustrie, dass Letzteres wohl auch eine große Rolle dabei spielt.

Anders sieht das laut Armbrecht bei Wallboxen aus, die nicht auf der Liste der durch die KfW geförderten Anlagen stehen. Die seien derzeit zwar lieferbar, aber dass die Kunden nicht auf die Förderung verzichten möchten, sei natürlich nachvollziehbar.

Schließlich bekomme man so bei einer Fördersumme von 900 Euro je nach Aufwand und Ausstattung eine Wallbox fast für umsonst. Natürlich sei es auch möglich, ein E-Auto über eine 230-Volt-Steckdose aufzuladen, so Armbrecht, aber diese Alternative komme für die meisten Kunden nicht mehr infrage, weil das Aufladen mit einer Wallbox statt 15 Stunden nur etwa drei Stunden dauere und weil solche Anlagen sicherer seien. Für seinen Kunden wird Armbrecht jetzt übergangsweise eine andere Möglichkeit zum Aufladen schaffen, damit das neue E-Auto Mitte Mai doch schon Strom tanken kann.

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