Studie: Lehrer im Kreis Northeim fühlen sich überlastet

Archivbild: dpa

Northeim. Laut einer Studie klagen Lehrer über zu viel Arbeit. 500 Stellen in Niedersachsen sind unbesetzt. Bei Quereinsteigern fehlt oft die pädagogische Ausbildung.

Der Northeimer Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schlägt Alarm: 55 Prozent der Lehrkräfte antworten laut einer Studie auf die Frage, ob sie ihr Pensionsalter erreichen, mit „wahrscheinlich nicht“. An der Arbeitszeitstudie der Universität Göttingen beteiligten sich 3000 Lehrer, darunter sechs Schulen im Kreis Northeim.

Problematisch ist laut GEW-Vorstandsbericht die Personalsituation niedersachsenweit. Von den 2500 zu Beginn des laufenden Schuljahres zu besetzenden Stellen seien 500 wegen fehlender Bewerber unbesetzt geblieben. Zwar gebe es 300 sogenannte Quereinsteiger mit einem Hochschulabschluss, die für Entlastung in den unterversorgten Schulen sorgen sollen. Dies sei jedoch nicht einfach, da diese Lehrer ihr Fachwissen ohne pädagogische und didaktische Schulung vermitteln müssten. „Die GEW fordert von der Landesregierung, dass diese Quereinsteiger zunächst eine einjährige Schulung im Bereich der Didaktik und Pädagogik durchlaufen, bevor sie in den Schuldienst übernommen werden“, sagt Sprecher Hans-Henning Alter.

Eine Verbesserung dieser Situation ist laut der Gewerkschaft nicht in Sicht. Die Zahl der Quereinsteiger werde sich weiter erhöhen, da die Arbeitszeitstudie eine erhebliche Mehrarbeit in den kommenden Jahren voraussagt. Insbesondere bei Teilzeitkräften sei der Anteil der nichtbezahlten Mehrarbeit laut der Göttinger Studie besonders hoch. Zudem müsse die Anzahl der Anrechnungsstunden für besondere Aufgaben deutlich erhöht werden, da 60 Prozent der Arbeitszeit für außerunterrichtliche Tätigkeiten gebraucht werde. Kritisch zu sehen sei laut GEW-Landesverband auch die Bezahlung der Lehrkräfte, die in Niedersachsen auf dem vorletzten Niveau aller Bundesländer liege.

An der Arbeitszeitstudie teilgenommen haben im Kreis Northeim Schulen aus Einbeck, Bad Gandersheim, Uslar und Northeim.

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