Jeinsen im Alleingang

Sued-Link: Sprecherkreis verurteilt Trassenvorschlag

Northeim. Der Sprecherkreis der Bürgerinitiativen entlang der geplanten 380-kV-Stromleitung von Wahle nach Mecklar verurteilt das Vorgehen der Bürgerinitiative der Pattenser Ortschaft Jeinsen.

Diese hat für die geplante Sued-Link-Trasse mit einer Spannung von 500 kV einen eigenen Vorschlag bei der Bundesnetzagentur eingereicht, ohne die dadurch neu Betroffenen zu informieren.

Zumindest für einige der vom Vorschlag tangierten Gebiete seien den Handelnden der BI Jeinsen Ansprechpartner bekannt gewesen, schreibt der Koordinator des Sprecherkreises, Guido Franke (Freden) in einer Pressemitteilung. Auch diese hätten allerdings erst von der Vorlage erfahren, nachdem sie an die Bundesnetzagentur abgesandt worden sei.

Lindau wäre betroffen

Die aus Jeinsen neu vorgeschlagene Linienführung führt in der Region Südniedersachsen unter anderem über die Gebiete von Salzgitter-Lebensstedt, Baddeckenstedt, Sehlde, Lutter, Hahausen, Seesen, Gittelde, Eisdorf, Dorste und Lindau. Weiter ginge die Leitung über Bodensee, Krebeck, Ebergötzen und Sattenhausen Richtung Thüringen.

„Dieses Verhalten ist für uns nicht akzeptabel, da es egoistisch und völlig unsachlich ist“, kritisiert Franke die BI-Kollegen aus Jeinsen. Den Jeinsern sei es anscheinend völlig egal in welcher Linienführung die Sued-Link-Trasse verläuft, nur nicht vor ihrer Haustür. Man sei zwar für die Energiewende, aber bitte Jeinsen nicht belasten. Der Vorschlag beinhalte zwar eine reine Erdverkabelung. Diese sei aber als völlig unrealistisch anzusehen, fährt der Sprecherkreis der Bürgerinitiativen Wahle-Mecklar fort.

Franke weiter: „Wir haben versucht im Dialog mit dem Sprecher der BI Jeinsen, Gert Bindernagel, einen für alle Betroffenen tragbaren Kompromiss zu finden. Dieser schien gefunden, Zusagen wurden aber nicht eingehalten.“

Den Sprecherkreis Wahle - Mecklar gibt es seit 2007. In diesem Gremium treffen sich regelmäßig Vertreter der Bürgerinitiativen unter anderem aus dem Raum Salzgitter, dem Innerstetal, Bockenem-Seesen, aus Alfeld und Delligsen , Bad Salzdetfurth, Lamspringe, Freden, Bad Gandersheim, Kreiensen, Northeim, Gladebeck, sowie aus dem Schwalm-Eder-Kreis und dem Werra-Meißner-Kreis in Hessen.

Kein St. Floriansprinzip

Franke: „Wir stehen für eine sachliche Auseinandersetzung mit den Problemen, die der Neubau einer Höchstspannungstrasse mit sich bringt. Eines der Fundamente unserer langjährigen Zusammenarbeit ist die Ablehnung des „St. Florians Prinzip.“ (goe)

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