Beide von Tennet vorgestellten Varianten durchlaufen Landkreis Northeim

Suedlink: Bürgerinitiative kritisiert geplante Trassenführung 

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Querschnittbild: Laut BI für HGÜ-Erdkabel sieht die Erdverkabelung so aus: In anderthalb Meter Tiefe könnten zwei Kabel mit nur 70 Zentimeter Abstand einfach in ein Sandbett gelegt werden. Hier gezeigt von Peter Gosslar (rechts) von der BI und Raphael Görner von der Firma ABB. 

Northeim. Die von Netzbetreiber Tennet vorgelegten Trassenvarianten für die 500-kV-Gleichstrom-Verbindung Suedlink sind auf Kritik der Bürgerinitiative pro Erdkabel Einbeck gestoßen.

„Anstatt auf die kürzeren Variante entlang der A7 oder der ICE-Strecke zu setzen, nutzt man einfach die Planungsunterlagen für die Wechselstromtrasse Wahle-Mecklar, die weitgehend als Freileitung geplant ist“, bemängelt der BI-Sprecher Helmar Breuker. So nehme die Trasse einen längeren Verlauf als nötig.

Die beiden von Tennet vorgestellten Varianten durchlaufen beide den Landkreis Northeim. Die eine verläuft von Alfeld kommend westlich an Einbeck und Nörten-Hardenberg vorbei weiter nach Göttingen, die andere führt von Seesen kommend östlich an Kalefeld, Katlenburg und Lindau vorbei weiter nach Duderstadt.

Mit den länger als notwendig geplanten Strecken trage Tennet dazu bei, dass die Kosten und damit auch die künftigen Nutzungsentgelte höher ausfallen als sie müssten, kritisiert Breuker weiter. Das zahlten letztlich die Haushalte über die Stromkosten.

Wolfgang Schulz (Einbeck) von der BI für HGÜ-Erdkabel („HGÜ“: Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) betont, dass die Verlegung von Gleichstrom-Erdkabeln technisch nicht so aufwändig ist, wie die Verlegung von Wechselstrom-Höchstspannungs-Erdkabeln. Es reichten zwei Kabel mit je 13 Zentimeter Durchmesser aus, um zwei Gigawatt Strom (das sei mehr als ein Kernkraftwerk erzeugt) zu übertragen. Diese Kabel könnten in einem Graben mit 1,50 Meter Tiefe mit nur 70 Zentimeter Abstand verlegt werden.

Roy Kühne

Der Northeimer CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne hat die Erdverkabelung des Suedlink-Projektes begrüßt. Das sei ein klares Signal an die Bürger, die sich gegen die überirdische Verlegung gewandt hatten, betonte Kühne. Die Erdverkabelung sei notwendig geworden, weil der Bundestag sie Ende 2015 gesetzlich vorgeschrieben habe. Diese Regelung gilt aber nicht für die geplante 380-KV-Wechselstromverbindung von Wahle nach Mecklar.

Kühne betonte die Notwendigkeit, das Hochstromübertragungsnetz auszubauen. Während im Norden immer häufiger Windkraftanlagen vom Netz genommen werden müssten, um eine Überlastung zu verhindern, müssten im Süden regelmäßig fossile Reservekraftwerke zugeschaltet werden. Das bedeute Kosten von einer Milliarde Euro jährlich, die die Stromkunden tragen müssten. 

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