"Enorme Chancen" für Flüchtlinge und Wirtschaft

IG Bau in Südniedersachsen: Handwerk soll Flüchtlinge anwerben

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Handwerk bietet Chancen: Diese jungen Männer mit Migrationshintergrund werden in der Northeimer Werk-statt-Schule auf eine mögliche Ausbildung im Handwerk vorbereitet.

Northeim. Politik und Wirtschaft sollen sich darum bemühen, Flüchtlinge leichter in die Berufsausbildung im Handwerk zu integrieren. Das hat die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) jetzt gefordert.

„Ein Großteil der Menschen, die jetzt nach einer langen Flucht im Landkreis Northeim leben, sind genau im richtigen Alter, um eine Lehre zu beginnen“, sagt Friedrich Falk von der IG Bau Niedersachsen-Süd. Er sieht „enorme Chancen“ sowohl für Flüchtlinge als auch für die Wirtschaft, denn auf dem heimischen Ausbildungsmarkt gebe es „noch Luft nach oben“.

Laut Arbeitsagentur habe es nach Ablauf des letzten Ausbildungsjahres im Landkreis 75 freie Lehrstellen gegeben, viele davon im Handwerk, so Falk. „Um hier einer Nachwuchskrise vorzubeugen, ist das Handwerk gut beraten, die Zuwanderer als Chance zu begreifen.“

Aus Sicht des Gewerkschaftlers ist es notwendig, den Geflüchteten deutlich zu machen, dass eine Berufsausbildung „eine Perspektive fürs Leben ist und dass das Handwerk nach wie vor goldenen Boden hat.“

Bei der Kreishandwerkerschaft Northeim-Einbeck rennt die Gewerkschaft mit ihrem Appell offene Türen ein. „Wir haben die Chancen für die Handwerksbetriebe bereits vor einigen Jahren erkannt“, sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Nüsse auf HNA-Nachfrage. „Und teilweise haben die Betriebe gute Erfahrungen damit gemacht, junge Menschen mit Migrationshintergrund einzustellen.“

Auf der anderen Seite gebe es aber nach wie vor das Sprachproblem, betont Nüsse. Hier wünsche sich die Wirtschaft von der Politik mehr Engagement in Bezug auf Sprachkurs-Angebote. „Wir haben hier bei uns im Haus sogar mittlerweile Räumlichkeiten dafür zur Verfügung gestellt, um frühzeitig Kontakte zu möglichen Interessenten knüpfen zu können.“

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