Supermarkt an den Sturmbäumen weiter in der Schwebe

Modell: So könnte der neue Supermarkt auf dem ehemaligen Northeimer Krankenhausgelände aussehen. Voraussetzung dafür ist, dass der Bereich zum Nahversorgungszentrum wird. Foto: Mönkemeyer

Northeim. Die Entscheidung über die Ausweisung eines Teils des ehemaligen Northeimer Krankenhausgeländes als Nahversorgungszentrum wurde erneut vertagt.

„Mir bleibt die Spucke weg! Wir kriegen hier nichts zu stande!“: Mit dieser emotionalen Äußerung machte am Dienstagabend der Northeimer Ratsherr Eckhard Ilsemann (FDP) seinem Ärger Luft - und zwar über die Entscheidung des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt zum geplanten 3000 Quadratmeter großen Supermarkt auf dem ehemaligen Krankenhausgelände an den Sturmbäumen.

Nach heftiger Diskussion hatte das Gremium gegen die Stimmen der FDP und der FUL beschlossen, die Aktualisierung des Zentrenkonzeptes für die Stadt Northeim noch einmal in den Fraktionen beraten zu lassen und auf eine Beschlussempfehlung zu verzichten.

Hintergrund: Nur wenn der Bereich des Entwicklungsgebietes Sturmbäume als Nahversorgungszentrum ausgewiesen wird, besteht dort die Möglichkeit einen Supermarkt dieser Größenordnung zu errichten. Widerstand gegen diese Pläne kommt von den Einzelhändlern aus der Northeimer Innenstadt, die Umsatzeinbußen für ihre Geschäfte befürchten.

Aus diesem Grund hatte der Rat der Stadt Northeim die für die Sitzung am 11. September geplante Entscheidung zu diesem Thema vertagt. Damit sollte dem Einzelhandel die Möglichkeit gegeben werden, seine Kritikpunkte zum Zentrenkonzept noch einmal deutlich zu machen. Ein weiterer Knackpunkt aus Sicht der Einzelhändler war der Plan, das bisherige Nahversorgungszentrum „In der Fluth“ als Innenstadt-Ergänzungsbereich zu definieren.

In der neuen Verwaltungsvorlage wurde dieser Punkt zwar berücksichtigt - die Bedenken bezüglich der Planungen für den Bereich Sturmbäume jedoch nicht.

Aus diesem Grund sehen CDU und SPD weiterhin Beratungsbedarf in dieser Angelegenheit. Die Geschäftsleute hätten große Angst, sagte Ausschussmitglied Helga Jäger (CDU). Insofern habe es seitens der Fraktion die Entscheidung gegeben, der Neufassung des Konzeptes nicht zuzustimmen. Auch bei der SPD habe es massive Beschwerden der Kaufmannschaft gegeben, berichtete Knut Fürsten.

Sowohl Christ- als auch Sozialdemokraten betonten, dass es keineswegs grundsätzliche Einwände gegen einen Markt im Bereich Sturmbäume gebe. Lediglich die Dimension des geplanten Projektes seien derzeit das Problem.

Für die Grünen gab Thomas Pollok zu bedenken, dass im Falle des Baus eines 3000 Quadratmeter großen Supermarktes mit einer Klage der Firma Rewe zu rechnen sei. Und diese hätte nach seiner Einschätzung große Aussicht auf Erfolg. Er schloss sich dem Vorschlag an, das Thema erneut zu beraten.

Eine drohende Klage könne kein Argument sein, auf Entscheidungen zu verzichten, die man politisch für richtig hält, widersprach Alfons Born (FuL) dieser Auffassung. Er erteilte auch dem Vorschlag der CDU, im Fachausschuss auf eine Entscheidung zu verzichten und diese dem Verwaltungsausschuss zu überlassen eine Absage. „Wir sind hier der Fachausschuss. Wenn wir das nicht entscheiden, dann frage ich mich, wozu wir hier überhaupt sitzen!“ (nik)

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