Spektakuläre Vorführungen auf dem Mühlenanger

Tag der Retterinnen in Northeim: Frauen werden dringend gesucht

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Spektakuläre Vorführung beim Tag der Retterinnen: Zwei Polizeireiter zeigen, dass sich ihre speziell ausgebildeten Pferde auch von einem Ritt durch die Flammen nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Northeim. Die Hilfsorganisationen wollen und müssen ihren Frauenanteil steigern. Das wurde beim Tag der Retterinnen auf dem Northeimer Mühlenanger deutlich, bei dem sie einen Querschnitt ihrer vielfältigen Aufgaben zeigten.

Darüber hinaus gab es einige spektakuläre Vorführungen, unter anderem von Polizeireitern, von der Göttinger Berufsfeuerwehr und der Rettungshundestaffel der Johanniter. Außerdem war die Veranstaltung mit einem Verkehrssicherheitstag von Polizei und Verkehrswacht verbunden.

Die Göttinger Berufsfeuerwehr ist ein Paradebeispiel für den geringen Frauenanteil in Hilfsorganisationen. Derzeit gibt es unter den rund 200 hauptamtlichen Feuerwehrleuten nur drei Frauen, die vierte beginnt ihren Dienst im Herbst. Dabei können sie die anspruchsvollen Aufgaben genauso erfüllen wie Männer.

Flauschige Helfer: Die Rettungshundestaffel der Johanniter zeigte, wie auch die Helfer auf vier Pfoten bei einem Notfall zum Einsatz kommen.

„Sie müssen allerdings körperlich fit sein“, sagt Monika Stahlmann, die bereits 1994 erste Berufsfeuerwehrfrau wurde und erst zehn Jahre später eine zweite Kollegin und in diesem Jahr die dritte Kollegin bekam. Sie bedauerte, dass viele gar nicht wüssten, dass die Berufsfeuerwehr auch Frauen offensteht.

Erheblich besser sieht es bei den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Northeim. „Bei uns liegt der Frauenanteil bei 25 Prozent, aber auch nur dank der vielen Mädchen in den Kinder- und Jugendfeuerwehren“, sagte Kreisbrandmeister Bernd Kühle, der zusammen mit Konstantin Mennecke den Tag moderierte.

Frauenförderung hat auch das Technische Hilfswerk (THW) auf die Agenda gesetzt. Derzeit liegt der Anteil in den Ortsvereinen Northeim, Einbeck und Osterode bei etwa fünf Prozent. „Er soll auf zehn Prozent gesteigert werden, hat der niedersächsische Landesverband als Ziel ausgegeben“, sagte ein THW-Sprecher.

Spannend: Auch als sie von einer "Demonstrantin" attackiert wurden, behielten die Polizeipferde bei den Vorführungen auf dem Mühlenanger die Ruhe.

Dass für den Einsatz eines Plasma-Schweißgeräts das Mannsein keine Voraussetzung ist, demonstrierte THW-Frau Ramona Lachowicz. In ihrem Beruf als Heilpädagogin hat sie mit schwerer Technik nichts zu tun, jetzt gehört es zu ihren Freizeitbeschäftigungen, in die schwere Schutzmontur zu steigen und mit dem Gerät, schwere Eisen- und Stahlteile zu zerlegen. Die Ruhe selbst waren Polizeireiterin Christine Sentis und ihr Kollege im Sattel, Henning Blanke. Mit ihren beiden Hannoveranern Banause (17) und Zenit (19) ließen sie sich bei den Vorführungen weder von Tennisbällen beeindrucken, die Kinder nach Aufforderung auf sie warfen, noch von Schirmen oder einer lautstark rasselnden Konservendosenkette. Spektakulär wurde es, als die beiden „einfach mal so“ durch brennendes Stroh ritten. Nicht weniger eindrucksvoll war die Vorführung von Christian Weinmar und Moderator Tobias Mühlhoff. Die beiden Göttinger Berufsfeuerwehrmitglieder zeigten anhand eines kontrolliert brennenden Modells, wie sich Zimmerbrände explosionsartig entwickeln können. Ihr Ratschlag: Nie auf Rauchmelder verzichten.

Die Leistungsfähigkeit von Rettungshunden führten unter anderen Christiane Stelljes und Claudia Alburg von den Johannitern vor.

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