Kernpunkt ist die Anhebung der Vergütung

Tageseltern im Landkreis Northeim sollen mehr Geld bekommen

Northeim. Der Landkreis Northeim will die Kindertagespflege aufwerten. Die Tagesmütter- und väter, die Kinder im Kleinkind- und Kindergartenalter betreuen, sollen besser gestellt werden.

Das geht aus einer Beschlussvorlage hervor, die vom Jugendhilfeausschuss des Kreistags am Donnerstag, 5. April, beraten werden soll.

Kernpunkt ist vor allem eine Anhebung der Vergütung. Bisher erhielten die Tagespflegepersonen, so die offizielle Bezeichnung, pauschal 4,50 Euro pro Kind und Stunde. Künftig erhalten sie je nach Berufserfahrung und absolvierten Weiterbildungen zwischen fünf und sechs Euro pro Kind und Stunde. Ferner werden Betreuungen in den frühen Morgenstunden sowie abends (5 bis 8 Uhr sowie 19 bis 22 Uhr) besser bezahlt. Wie bisher beteiligt sich der Landkreis außerdem zur Hälfte an der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung der Tagesmütter und -väter.

Damit reagiert die Kreisverwaltung auf einen Forderungskatalog, den die Tageseltern über die SPD-Kreistagsfraktion in die politische Diskussion gebracht haben. Der Jugendhilfeausschuss hatte darauf im vergangenen November Landrätin Astrid Klinkert-Kittel beauftragt, mögliche Änderungen der Satzung für die Kindertagespflege zu erarbeiten.

Außerdem ist in dem Satzungsentwurf erstmals eine Höchstbetreuungszeit festgelegt: zehn Stunden. Ausnahmen soll es nur bei Übernachtbetreuungen geben. Geregelt ist nun auch die Eingewöhnungszeit. Sie soll bei Kindern unter drei Jahren maximal 30 Stunden und bei Drei- bis Sechsjährigen höchstens 20 Stunden betragen, die jeweils innerhalb von vier Wochen vor Beginn der eigentlichen Betreuung stattfinden solle.

Laut Kreisverwaltung bieten 103 Tagesmütter und -väter im Landkreis Northeim 335 Betreuungsplätze an. Dabei sind die 17 sogenannten Kinderfrauen, die Kinder im elterlichen Haushalt betreuen, nicht mitgerechnet.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel schlägt vor, die Satzungsänderung für die Kindertagespflege mit Beginn des neuen Kindergartenjahres am 1. August in Kraft zu setzen. In der Kreisverwaltung rechnet man für dieses Jahr deshalb mit Mehrkosten von 200 000 Euro und im nächsten von 450 000 Euro. Bis zum Jahr 2022 sollen sie sogar auf 600 000 Euro steigen.

Zur Finanzierung, so schlägt die Landrätin vor, könnten Teile der 800 000 Euro jährlich verwendet werden, die der Landkreis durch die Einführung der Beitragsfreiheit für Kindertagesstätten in Niedersachsen einspart. Dann muss der Landkreis nämlich auch nicht mehr für die Kita-Gebühren für Kinder von Hartz-IV- und Sozialhilfe-Empfängern aufkommen.

Rubriklistenbild: © Strobel/picture alliance /dpa

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