Kreistag soll Anhebung beschließen

Wegen Mindestlohn: Taxifahren soll ab Januar teurer werden

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Taxifahren wird teurer: Im Landkreis Northeim sollen die Beförderungspreise ab 1. Januar um 25 Prozent steigen. Die Taxi-Unternehmer müssen damit die Lohnsteigerung auffangen, die durch die Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro entsteht.

Northeim. Wer ab 2015 im Kreis Northeim mit dem Taxi fahren will, muss voraussichtlich deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Tarife sollen um 25 Prozent steigen.

Hintergrund ist die Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro.

Der Antrag auf Erhöhung wurde vom Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) gestellt. Entscheiden muss der Kreistag, der die Taxi-Konzessionen fürs Kreisgebiet vergibt. Dies soll auf Empfehlung der Kreisverwaltung am 19. Dezember passieren.

Teurer werden sollen zum einen die Kilometertarife. Bislang zahlt der Kunde bis drei Kilometer 1,70 Euro je Kilometer und für jeden weiteren Kilometer 1,50 Euro. Künftig soll der Kilometer einheitlich 1,90 Euro kosten. Auch der Grundpreis steigt, und zwar um 60 Cent auf 3,20 Euro, der Preis für Wartezeit um sieben auf 40 Cent je Minute.

Die beantragte Fahrpreiserhöhung ist laut GVN-Geschäftsführer Gunter Zimmermann auf der Basis des Mindestlohns von 8,50 Euro und der Tatsache, dass bislang durchschnittlich sechs Euro bezahlt wurden, errechnet worden. Das seien zwar 40 Prozent mehr, da jedoch die Löhne nur 60 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, habe der Verband für fast alle Landkreise die 25-prozentige Fahrpreisanhebung beantragt. Und diese würden von den Betrieben auch dringend benötig.

„Der Unternehmer hat von der Tariferhöhung nichts, denn wir geben alles weiter, um den Mindestlohn aufzufangen“, sagt denn auch Kornelia Reinecke von Taxi-Reinecke in Northeim. Bislang habe sie ihren sieben festangestellten Fahrern 7,50 Euro und den Aushilfen fünf Euro bezahlt. Künftig müssen alle 8,50 Euro bekommen.

Ein weiteres Problem für die Taxi-Betriebe ist laut GVN-Geschäftsführer, dass Aushilfsfahrer auf 450-Euro-Basis künftig durch den Mindestlohn die Verdienstgrenze viel eher erreichen. Konnte eine Aushilfe bei einem Stundenlohn von fünf Euro monatlich 90 Stunden fahren, werden es künftig nur noch 53 sein. (goe)

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