Stadt lud zur Informationsveranstaltung 

Teilverkauf des Northeimer Festplatzes eilt nicht mehr

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Der Mühlenanger: Das Bild zeigt entlang des Stadtwerkegeländes (links oben) auch eine Baumreihe. Drei Bäume könnten umgesetzt werden, dann benötigten die Stadtwerke weniger Platz, lautet jetzt ein Vorschl ag. 

Die Stadt Northeim hat davon Abstand genommen, den Verkauf eines Teils des Festplatzes Mühlenanger noch in diesem Jahr über die Bühne zu bekommen. 

Der Verkauf eines Teils des Northeimer Festplatzes Mühlenanger an die Stadtwerke Northeim (SWN) hat keine Eile mehr. Bevor der Rat eine Entscheidung fällt, soll erst einmal unter Beteiligung der Einwohner ein Konzept über die Platzzukunft erstellt werden. Außerdem sollen die SWN eine Alternativplanung für die Erweiterung ihres Geländes vorlegen, die weniger Platz einnimmt, als der gewünschte 40 Meter breite Streifen.

Das ist das Fazit einer Informationsveranstaltung zum Mühlenanger, zu der die Stadtverwaltung eingeladen hatte. 60 Einwohner waren in die Stadthalle gekommen.

Bürger einbinden

Zu Beginn hatte Northeims Bürgermeister Simon Hartmann verkündet, dass man sich in der Frage der Zukunft des Festplatzes mehr Zeit nehmen und in die Entscheidungsfindung die Bürger einbinden wolle. Ein schneller Ratsentscheid über den Teilverkauf, wie sie bislang von der Verwaltung gewünscht war, ist damit vom Tisch.

Der Bürgermeister machte aber auch klar, dass den Stadtwerken als hundertprozentige Tochter der Stadt an ihrem jetzigen Standort auch Raum für Entwicklung gegeben werden sollte. Ob das unbedingt ein 40 Meter breiter Streifen sein muss, darüber könne noch debattiert werden.

Drei Bäume umsetzen

Bewegung in die Geschichte brachte ein Vorschlag von FDP-Ratsmitglied Eckhard Ilsemann: Man könnte doch drei oder vier Bäume aus der Baumreihe zwischen Stadtwerkegelände und Mühlenanger umsetzen oder entnehmen. Die wollten die SWN in Gänze erhalten und hatten einen großen Sicherheitsabstand zu den Bäumen eingeplant. Die Entnahme von drei bis vier Exemplaren biete ganz andere Möglichkeiten für die Stadtwerke, ihr neues Kundenzentrum zu bauen, etwa als Anbau. Der Geländestreifen für die SWN könne deutlich schmaler werden.

SWN-Geschäftsführer Dirk Schaper hatte zuvor noch einmal klargestellt, dass die personell auf 60 Beschäftigte am Standort Northeim angewachsenen Stadtwerke dringend Raum sowohl für Büros, als auch für die Kundenberatung sowie für Lager- und Auto-Stellplatzflächen benötigten. Eine Auslagerung von Betriebsteilen sei aus Kosten- und personellen Gründen nicht vertretbar.

Mühlenanger-Beirat

Alexander Hartmann von der Initiative „Rettet den Mühlenanger“, der jüngst mit einer Abtrassierung des SWN-Streifens auf dem Festplatz für Aufmerksamkeit sorgte, wiederholte seine Kritik an der Verkleinerung des Platzes um ein Drittel. Ein 40 Meter breiter Streifen sei eindeutig zu groß, sagte er und forderte die SWN auf, Alternativen zu entwickeln, beispielsweise einen Neubau auf dem eigenen Lagerhof und die Auslagerung von Lagerflächen an den Stadtrand. Außerdem regte er die Gründung eines Mühlenanger-Beirates mit Bürgern und einen Ideeenwettbewerb an.

Auch aus dem Publikum, so unter anderem von Hans-Wolfgang Lehr, kamen ähnliche Vorschläge. Der Platz müsste mehr genutzt werden, regte eine Einwohnerin an. Ulf Ohlmer hingegen hielt die Vorhaltung eines so großen Platzes für unnötig, da er nur an 25 Tagen im Jahr genutzt werde. Auch Knut Freter und Till Spannaus zeigten sich unzufrieden mit der jetzigen Gestalt des Mühlenangers. Hier sollte etwas passieren, vielleicht mit Randbebauung. Olaf Lührig meinte, dass die Stadtwerke einen Alternativvorschlag für eine Erweiterung auf schmalerem Streifen vorlegen sollte.

Planungs-Workshop

City-Manager Alexander Rudnik, der den Abend moderierte, schlug vor, im ersten Quartal 2020 einen Ideen-Planungs-Workshop zum Thema Festplatz zu veranstalten. Die Stadtverwaltung sagte zu, dies gern zu organisieren, eventuell in einem der Schützensäle vor Ort.

Das sagen die Ratsfraktionen

Auch die Vertreter der Ratsfraktionen sagten ihre Meinung zum Festplatz: Rolf Pflugmacher (FUL/Linke) lehnte einen Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt ab.

 Es gebe keine Alternative zum Festplatz. Hildegard Pavel (SPD) sagte, den Stadtwerken müsse Raum zur Entwicklung geboten werden. Auch die Restfläche reiche für Großveranstaltungen noch aus. 

Eckhard Ilsemann (FDP) war für die Erhaltung des Platzes, forderte aber ein städtebauliches Konzept für den Platz. Zum Teilverkauf an die SWN sage seine Fraktion Ja, aber nur ein deutlich kleineres Stück, was durch Versetzen einiger Bäume möglich werden könne.

 Heiner Hegeler (CDU) sprach sich dafür aus, dass die Stadtwerke eine Teilfläche des Platzes bekommen sollen. Über die Größe könne noch geredet werden, aber es sollte eine Grundsatzentscheidung des Rates geben. Ein Vertrag könne später geschlossen werden.

 Maik Schmitz (AfD) lobte die Verwaltung, dass man nun mehr Zeit habe, über den Mühlenanger nachzudenken. Seine Fraktion bleibe allerdings dabei, dass der Platz nicht geteilt werden sollte. Er werde für Großveranstaltungen und als Reserveparkfläche benötigt. 

Maximilian Koch (Grüne) begrüßte den Vorschlag, einen Teil der Bäume umzusetzen und so die Erweiterungsfläche für die Stadtwerke kleiner zu halten als gedacht. Die SWN benötigten aber Planungssicherheit, dass sie sich am Standort erweitern können. Veranstaltungen sollten mehr in der Innenstadt stattfinden, sagte er zudem.

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