Tier-Telepathie

Nur ein Foto ist notwendig: Northeimerin spricht mit Tieren

Gespräche per Gedankenübertragung: Für Tierkommunikatorin Ann-Christin Pabst reicht schon ein einfaches Foto, um mit Tieren in Kontakt zu treten. Das Bild sei für sie wie eine Art Telefonnummer zu dem Tier, sagt sie. Foto: Schaffner

Northeim. Ann-Christin Pabst hat sich zur Tierkommunikatorin ausbilden lassen. Seitdem bietet sie an, telepathisch mit Tieren in Kontakt zu treten.

Vor einem Jahr hätte Ann-Christin Pabst bei diesem Thema noch die Augen verdreht. Doch dann wollte die 29-Jährige aus Moringen wissen, wie viel Lebenskraft ihr gelähmter Hund noch hat. Sie bat eine Frau aus Hannover um Rat, die im Internet damit wirbt, für 50 Euro per Gedankenübertragung mit Tieren kommunizieren zu können - und war vom Ergebnis so begeistert, dass sie selbst zur Tierflüsterin wurde.

„Die Tierkommunikatorin fand heraus, dass mein Hund trotz Behinderung durchaus noch weiter leben wollte“, sagt Ann-Christin Pabst, die daraufhin den Rat der Tierärzte ignorierte und ihren Liebling nicht einschläfern ließ. „Wir hatten dann noch einen schönen Sommer“.

Die Fähigkeit der fremden Frau, nur über Gedanken mit ihrem geliebten Hund sprechen zu können, hat die bis dahin in der Gastronomie arbeitende Pabst derart beeindruckt, dass sie ihr Leben änderte.

Sie zog in ein altes Bauernhaus auf der Northeimer Güntgenburg und ging bei der Tierkommunikatorin aus Hannover in die Lehre. Nach der dreimonatigen Ausbildung, die übrigens nicht von der IHK anerkannt wird, machte sie sich selbstständig. Ab Oktober will sie nun selbst anderen Menschen die Kunst der tierischen Gedankenübertragung beibringen.

Wie sie arbeitet? „Ich brauche lediglich ein Foto des Tieres, Alter und Name, und nehme dann telepathisch Kontakt zu ihm auf“, sagt sie. Für Laien sei die Unterhaltung mit einem stillem Selbstgespräch vergleichbar. „Das Foto ist für mich wie eine Telefonnummer“, sagt sie. Beweise, dass ihre Arbeit kein Hokuspokus ist, hat sie nicht. Geschäftsgrundlage ist Vertrauen. „Bisher waren alle Kunden mit mir zufrieden und haben mich bezahlt“.

Gedankenübertragung sei mit jedem Tier möglich - egal wo es sich befindet: „Telepathie kennt keine Grenzen“, sagt Pabst, die auch schon mit einer Spinne kommuniziert haben will.

Thematisch ist sie flexibel. Wenn beispielsweise eine Familie mit Hund plant, sich zusätzlich eine Katze anzuschaffen, „dann unterhalte ich mich vorab mit beiden Tieren, um herauszufinden, ob sie zueinander passen“. Solche Konfliktgespräche könne sie mit bis zu drei Tieren gleichzeitig führen. Ebenfalls im Angebot: Sterbebegleitung. Die Tierkommunikatorin erfragt dann den letzten Wunsch des Tieres. Als ihr Hund im Sterben lag, buchte auch sie in Hannover so ein Gespräch.

Ergebnis: Er wollte im Garten liegen und im Kreise der Familie sterben. „Eine Sterbebegleitung macht den Abschied für alle Beteiligten leichter“, glaubt die engagierte Tierschützerin, die nach eigenen Angaben 45 ehemals vernachlässigte oder misshandelte Tiere bei sich Zuhause aufgenommen hat und pflegt, darunter ein dementes Huhn.

Dass es Menschen gibt, die nicht an ihre telepathischen Fähigkeiten glauben, dafür hat Ann-Christin Pabst Verständnis: „Bis vor einem Jahr habe ich ja selbst so gedacht“.

www.fuertieresprechen.de

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