Test: Freie Fahrt für Autos in der Fußgängerzone

Freie Fahrt für Autos: Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser möchte die Northeimer Fußgängerzone versuchsweise für den Verkehr öffnen. Foto: Mönkemeyer

Northeim. Die Stadt Northeim möchte die Öffnung der Fußgängerzone für den Autoverkehr testen.

Wann und in welchem Umfang der Probelauf stattfinden wird, steht allerdings noch nicht fest, da die Einzelheiten des Konzeptes laut Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser erst noch mit der Polizei und dem Stadtbusunternehmen abgestimmt werden müssen.

Vorgesehen ist zum einen, im Bereich des Marktes den Verkehr sowohl aus Richtung Mühlenstraße als auch aus Richtung Wieterstraße per Einbahnstraßenregelung über die Breite Straße Ost zu führen. Zum anderen soll eine Zufahrt in die Innenstadt aus westlicher Richtung ermöglicht werden, indem der Bereich Münster als Einbahnstraße ausgewiesen und der Verkehr über die Kurze Straße geleitet wird. Zur Diskussion steht außerdem, die Mühlenstraße in Richtung Innenstadt als Einbahnstraße auszuweisen und den Verkehr über die Rathausgasse und „Am Klostergarten“ weiterzuleiten, um den Kreuzungsverkehr mit der Buslinie 2 zu vermeiden.

„Aus Sicht der Polizei gibt es gegen diese Pläne keine grundsätzlichen Einwände“, sagte Pressesprecher Uwe Falkenhain auf HNA-Anfrage. Voraussetzung sei aber, dass zusätzliche Parkplätze deutlich gekennzeichnet werden und die Verkehrsführung im Bereich Markt mit dem Buslinienverkehr abgestimmt ist.

Horst Weihrauch, Geschäftsführer des Northeimer Stadtbusunternehmens betonte hierzu auf Nachfrage, dass die Buslinie 2 auch während der Probephase wie bisher den Bereich Markt in beiden Richtungen befahren müsse, um den Linientakt aufrecht erhalten zu können.

Kritik an den Plänen für den Probelauf gab es aus der FDP-Ratsfraktion. Nach Einschätzung von Fraktions-Chef Eckhard Ilsemann könnte die Einrichtung zusätzlicher Parkplätze unter Umständen zu Einschränkungen für die Gewerbetreibenden führen. „Eine probeweise Öffnung der Fußgängerzone macht nur Sinn, wenn wir dann auch zusätzliche Parkplätze anbieten“, gab er in der jüngsten Sitzung des Fachausschusses Planen, Bauen und Umwelt am Dienstagabend zu bedenken. Das sei aber nur möglich, wenn dafür die Gehwegflächen vor den Geschäften einbezogen würden, sodass die Kaufleute auf ihre Aufsteller verzichten müssten. Insofern sei der geplante Testlauf nicht richtig durchdacht.

Weder Stadtmarketing-Geschäftsführerin Tanja Bittner noch Stadtmarketing-Vereinsvorsitzende Doris Ohlmer teilen diese Sorge. Beide sind sich sicher, dass es in der Northeimer Innenstadt genügend Möglichkeiten gibt, zusätzlichen Parkraum zur Verfügung zu stellen.

Außerdem sind beide überzeugt, dass die Geschäfte während des Testlaufs nicht auf ihre Aufsteller verzichten müssten. Genügend Platz für Kurzzeitparkplätze gebe es zum Beispiel an der kleinen Mauer am Münsterplatz und in der Breiten Straße Ost. Mit Ausnahme der Markttage könnten darüber hinaus auf dem Northeimer Markt einige zusätzliche Parkplätze zur Verfügung gestellt werden.

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