Tests sollen Gänse und Enten vor Pest schützen

Northeim. Nach dem Ausbruch der Geflügelpest im Dezember auf einigen Höfen in Norddeutschland müssen alle Enten und Gänse vor jedem Transport untersucht werden.

Die Test auf das ansteckende H5N8-Virus sind noch bis Ende März Pflicht. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat dazu eine Geflügelverbringungsbeschränkungsverordnung erlassen. Auch im Landkreis Northeim achtet das Veterinäramt verstärkt darauf, dass diese Bestimmungen eingehalten werden.

„Betroffen von dieser Regelung ist nicht nur eine Abgabe von Enten und Gänsen zur Schlachtung, sondern jeder Transport dieser Tierarten, also auch zu Geflügelausstellungen oder zu Geflügelmärkten“, sagt Kreisveterinär Dr. Siegfried Orban. In den letzten Jahren habe es in Südniedersachsen jedoch keine Vogelgrippe-Fälle gegeben.

Die Eilverordnung ist bereits in Kraft getreten und gilt bis zum 31. März. Im Kern verpflichtet sie alle Halter dazu, ihre Enten und Gänse sieben Tage vor einem Transport durch einen Tierarzt auf das hoch ansteckende H5N8-Virus untersuchen zu lassen. Bis zu einer Anzahl von 60 Tieren muss jedes Tier untersucht werden, bei einer größeren Zahl genügt eine Stichprobe bei 60 Tieren.

Die Verordnung gilt lediglich für Enten und Gänse, nicht jedoch für anderes Geflügel. „Hühner und Puten zeigen bei einer Infektion schnell typische Symptome“, erklärt Orban. Bei Gänsen und Enten verlaufe die Infektion oft schleichend, dennoch könnten die Tiere das Virus bereits übertragen. Durch die vorsorglichen Tests soll das verhindert werden.

Zum Schutz vor der Geflügelpest ruft der Landkreis Geflügelhalter zu erhöhter Wachsamkeit auf. Im Freien gehaltenes Geflügel dürfe nur an Stellen gefüttert werden, die nicht für Wildvögel zugänglich seien. Ohnehin sind die Halter dazu verpflichtet, ein Bestandsregister zu führen sowie Art und Anzahl des Geflügels dem Veterinäramt zu melden.

Hintergrund: Virus ist meldepflichtig

Die Geflügelpest wird auch als aviäre Influenza (Vogelgrippe) bezeichnet. Sie wird durch Viren hervorgerufen. Jede Erkrankung dieser Art muss dem Veterinäramt gemeldet werden. Das aktuell verbreitete und aggressive H5N8-Virus kann sich zum Beispiel durch die Luft, den Transport von infiziertem Geflügel oder den direkten Kontakt mit infizierten Wildvögeln verbreiten.

Laut Veterinäramt gibt es im Landkreis Northeim 280 private und gewerbsmäßige Halter, die Enten oder Gänse haben. Zehn Betriebe züchten die Tiere in größerer Menge.

Bisher ist laut Robert-Koch-Institut keine Übertragung des H5N8-Virus auf den Menschen nachgewiesen. (jus)

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Ricken

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