Seltene Pilzart: Tintenfische im Solling entdeckt

Erstmals im Landkreis Northeim entdeckt: Der Tintenfischpilz. Das kleine Foto zeigt, warum diese 1913 nach Europa eingeschleppte Art zu den sogenannten Pilz-Blumen zählt. Foto: Schier/nh

Lauenberg. Nicht schlecht gestaunt hat Forstamtsleiter Jost Speitling aus Lauenberg, als er jetzt bei Arbeiten in seinem Revier einen kleinen Tintenfisch entdeckte.

Bei näherer Betrachtung war dann aber schnell klar, dass es sich bei dem seltsamen Gebilde nicht um ein Tier, sondern um einen Pilz handeln musste.

„Manche sagen auch, dass er aussieht wie von einem anderen Planeten“, sagt Günther Schier, der als Pilzsachverständiger schließlich das rote Gewächs mit den vermeintlichen Krakenarmen begutachtete. Ganz so weit sei der Pilz dann doch nicht gereist, fügt er schmunzelnd hinzu, doch dessen Geschichte sei dennoch interessant.

Aus Australien 

Derzeit geht man davon aus, dass der Tintenfischpilz, der eigentlich in Australien, Neuseeland und den Malayischen Inseln heimisch ist, mit Woll- oder Militärtransporten nach Europa eingeschleppt wurde. Erstmals gefunden wurde er 1913 in den Vogesen. 1934 wurde die Art erstmals in Deutschland bei Karlsruhe nachgewiesen.

Der Tintenfischpilz gehöre zu den sogenannten Pilzblumen, so Schier. „Das sind Pilze, die meistens nicht essbar sind, aber durch ihre besonderen und schönen Formen auffallen.“

Man nimmt an, dass diese Art von Vögeln verbreitet wird, die sporentragende Insekten gefressen haben, denn die klebrigen, an Krakenarme erinnernden Tentakeln, die aus kugelförmigen Gebilden am Boden herauswachsen, locken mit ihrem klebrigen, nach Aas riechenden Belag Fliegen an.

Er selbst habe diese Art in der hiesigen Region erstmals bereits 2013 im Raum Hann. Münden entdeckt, berichtet Schier. „Im Landkreis Northeim ist es nach meinem Kenntnissstand der erste Fund dieses Neubürgers unter den Pilzen.“

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