Tonne wechseln ist nicht so einfach

Das Umsteigen von einer Saison- zur Ganzjahresbiotonne ist ein bürokratischer Akt

 Jürgen Schmidt aus Northeim im Garten mit seiner geöffneten Biotonne.
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Der Wechsel einer Saison-Biotonne ist ein Verwaltungsakt. Das bekam jetzt auch Jürgen Schmidt aus Northeim zu spüren.

Jürgen Schmidt aus Northeim wollte seine Saison-Biotonne zu einer Ganzjahrestonne bei der Kreisabfallwirtschaft des Landkreises umbuchen. Aber das ist aufwändiger als gedacht.

Stattdessen muss er einen schriftlichen Antrag stellen, seine Saisontonne reinigen und abholen lassen, im Gegenzug erhält er dann die neue Ganzjahrestonne vor die Tür gestellt.

Warum das Prozedere so umständlich ist, erklärt die Kreisverwaltung auf HNA-Nachfrage.

Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass es immer wieder zu Missverständnissen (zum Beispiel mehrere Gebührenplaketten auf einer Tonne) kam. Die Mitarbeiter mussten nachträglich geschickt werden, um den Sachstand zu klären. Dadurch seien ein erheblicher Mehraufwand und auch Kosten entstanden, heißt es in der Antwort.

Ein Änderungsantrag, auch wenn es sich nur um einen Tausch eines Aufklebers handelt, ist immer mit Gebühren verbunden und muss deshalb immer schriftlich vom Eigentümer des Grundstückes angezeigt werden. Selbst bei gleicher Behältergröße, zum Beispiel bei Verlängerung der Saison um einen Monat, wird die Tonne ausgetauscht.

Missbrauch verhindern

„Der Kollege hat den Auftrag, bei dem Behältertausch alle weiteren auf dem Grundstück befindlichen Tonnen zu überprüfen. So wird gleich kontrolliert, ob der Behälterbestand mit der Veranlagung übereinstimmt“, erklärt Kreissprecher Dirk Niemeyer. Mit dem bloßen Versand des Aufklebers lasse sich „leider nicht gewährleisten, dass dieser auf der richtigen Tonne platziert und der alte Aufkleber überklebt oder entfernt und vernichtet wird“, so Niemeyer. Missbrauch sei nicht auszuschließen. Selbst bei schriftlicher Anforderung von Behälteränderungen werde zum Teil bei Eingang der Zahlungsaufforderung behauptet, man habe nie Behälter geliefert oder ausgetauscht bekommen, so die Erfahrungen der Kreisabfallwirtschaft. Folglich gilt es, Fehler und Möglichkeiten des Missbrauchs zu minimieren und die korrekte Auslieferung belegen zu können. Bei der Menge an Änderungen, wären die Kosten und der Aufwand für die Zusendung per Einschreiben erheblich, lautet die Begründung der Verwaltung, die gegen einen Versand spricht.

Kostenaufwand gering halten

Die Kosten für den Austausch sind laut Kreisverwaltung mit zehn Euro kalkuliert. Dabei werden in der Regel keine einzelnen Tonnen getauscht, vielmehr werde eine Tour geplant, um den Kostenaufwand möglichst gering zu halten. Enthalten sind die Kosten für die Erstellung eines Änderungsbescheides (Personalkosten Verwaltung), Portokosten, Kosten für den Austausch (Personalkosten Werker, Lkw).

Die Kreisverwaltung weist darauf hin, dass die Tonnen für den Tausch sichtbar und frei zugänglich auf dem Grundstück stehen müssen, ansonsten müsse das Grundstück mehrfach angefahren werden. Ein Termin für den Tausch wird vorher nicht mitgeteilt, da er von der Kreisabfallwirtschaft nicht planbar ist. Immer dann, wenn die planmäßigen Abfuhren von Rest- , Bio-, Sperrmüll und Papier es zulassen, wird eine Tauschtour besetzt.

Es gibt derzeit 6967 Saison-Behälter und 14 356 Ganzjahres-Behälter unterschiedlicher Größen für Bioabfall. (Rosemarie Gerhardy)

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