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Treckerdemo rund ums Northeimer Kreishaus

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Von: Niko Mönkemeyer

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Traktor mit Protestplakat vor dem Northeimer Kreishaus
Mit einer Sternfahrt zum Kreishaus haben 30 Landwirte aus dem Landkreis Norheim ihren Protest zu einem geplanten EU-Gesetz deutlich gemacht. © Niko Mönkemeyer

Landwirte bitten Landrätin Astrid Klinkert-Kittel um Unterstützung

Northeim – „Wir werden die Verordnungen und Gesetze, die nur auf grünen Ideologien basieren, nicht mehr widerstandslos hinnehmen“ – so lautet die Kernbotschaft, der Landwirte, die sich gestern in der Northeimer Innenstadt zu einer spektakulären Protestaktion mit Traktoren trafen.

Mehr als 30 Bauern waren dem Aufruf der Regionalgruppe Südniedersachsen im Verein „Land schafft Verbindungen“, die bereits mehrfach mit spektakulären Aktionen auf die aktuellen Probleme der Landwirtschaft aufmerksam gemacht hat, gefolgt und hatten sich mit ihren Traktoren an einer Sternfahrt zum Northeimer Kreishaus beteiligt,.

Hintergrund für die Aktion ist ein Gesetzentwurf der EU-Kommission, wonach Pflanzenschutzmittel in Landschaftsschutzgebieten komplett verboten werden sollen. Aus Sicht der Landwirte wäre die Umsetzung des Gesetzesvorhabens ein Betrug an den Landwirten.

Landwirte überreichen vor dem Kreishaus ein Schriftstück an die Northeimer Landrätin
Bauerndemo vor dem Kreishaus: Arne Röttcher überreicht eine Liste mit Kritikpunkten zum geplanten EU-Gesetz an Landrätin Astrid Klinkert-Kittel. Im Hintergrund rund 30 Landwirte, die bei der Aktion dabei waren. © Niko Mönkemeyer

„Als damals die Landschaftsschutzgebiete beschlossen wurden, hat man uns versprochen, dass in diesen Schutzgebieten auch in Zukunft weiterhin Landwirtschaft mit Pflanzenschutzmitteln und Dünger erlaubt sein wird“, sagte Landwirt Arne Röttcher aus Lagershausen als Sprecher der Regionalgruppe Südniedersachsen im Verein „Land schafft Verbindungen“ (LsV).

Er überreichte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) eine Liste mit Forderungen der Landwirte und appellierte an sie, diesen an den entsprechenden Stellen Nachdruck zu verleihen.

Röttcher verwies darauf, dass die EU-Pläne in Holland bereits zu massiven Protesten der dortigen Bauern geführt hätten und betonte, dass eine Verschärfung des Konfliktes auch in Deutschland drohe, falls der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Landschaftsschutzgebieten tatsächlich künftig verboten sein sollte.

Vor dem Hintergrund, dass im Falle einer Umsetzung ein Viertel des Landschaftsschutzgebiets nicht mehr bewirtschaftet werden könnte, sagte Klinkert-Kittel zu, die Forderungen der Landwirte sowohl gegenüber der Europaministerin Birgit Honé zu vertreten als auch im Niedersächsischen Landkreistag zu thematisieren.

Sie gehe davon aus, dass es auch in anderen niedersächsischen Landkreisen Widerstand gegen die geplante Neuregelung gebe und dass die Landkreise gemeinsam dafür sorgen werden, „dass wir diese neue Regelung abgebogen kriegen.“ Im Übrigen sei zu bedenken, dass die Ausweisung der Landschaftsgebiete bereits 20 Jahre zurückliege und bei der offensichtlich die aktuelle Entwicklung nicht berücksichtigt worden sei.

Dass die Landwirte sich auf den Weg gemacht hätten, um ihre Proteste auf diese Art und Weise zum Ausdruck zu bringen, sei nicht nur ihr gutes Recht, sondern ein Zeichen von Demokratie.

Unterstützung für die Forderungen der niedersächsischen Landwirte gab es auch von der Niedersächsischen Agrarministerin Barbara Otte-Kinast. „Ich kann den Protest der Landwirtinnen und Landwirte sehr gut verstehen“, kommentierte sie die landesweite Aktion. Aus ihrer Sicht bedeutet das geplante Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Landschaftsschutzgebieten das Aus für viele Höfe in Niedersachsen.

„Damit verabschieden wir uns von der Selbstversorgung durch die heimische Nahrungsmittelproduktion“, betont die Ministerin. Das könne von Brüssel so nicht gewollt sein. „Ich erwarte da eine deutliche Korrektur des Gesetzentwurfs.“

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