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Trotz Trockenheit noch genug Wasser in Leine und Rhume

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Von: Kathrin Plikat

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Normalerweise ist die Uferbefestigung kaum zu sehen: Der Wasserpegel der Leine bei Höckelheim liegt laut Jens Schratz jetzt 50 Zentimeter unter dem Jahresmittel.
Normalerweise ist die Uferbefestigung kaum zu sehen: Der Wasserpegel der Leine bei Höckelheim liegt laut Jens Schratz jetzt 50 Zentimeter unter dem Jahresmittel. © Michael Caspar

Zwar ist das Kiesbett an manchen Stellen zu sehen, doch Leine und Rhume führen auch nach Monaten ohne größere Regenfälle noch immer ausreichend Wasser. Das berichtet der Geschäftsführer des Leineverbands, Jens Schatz.

Northeim - „Leine und Rhume speisen sich zur Zeit fast ausschließlich aus dem Grundwasser“, erläutert er. Der Sauerstoffgehalt des Wassers, der mit steigenden Temperaturen sinkt, reiche den Fischen trotz Erwärmung noch aus, sagt der Vorsitzende des Angelsportvereins Northeim, Matthias Jaep.

„Die Rhumequelle liefert verlässlich Wasser“, freut sich Erich Lillie, der dem Angelsportverein Katlenburg vorsitzt. Weitgehend versiegt seien dagegen die Zuflüsse. „Das trifft für fast alle Zuflüsse in unserem Verbandsgebiet zu, die nicht im Urstromtal von Leine und Rhume fließen“, ergänzt Geschäftsführer Schatz. Sie würden vor allem Regenwasser transportieren. Regnet es nicht, trocknen die Zuflüsse aus. Das verbleibende Wasser bilde an tieferen Stellen im Bachlauf Tümpel. Dort finden laut Schatz Fische Zuflucht, werden aber auch leicht Opfer von Beutegreifern. Viele Bäche, insbesondere die kanalisierten, sind komplett trocken gefallen.

„Es wird einige Zeit dauern, bis dort nach Regenfällen wieder Leben einkehrt“, gibt der Geschäftsführer zu bedenken. Eine erneute Besiedelung durch Fische aus Leine und Rhume werde häufig durch Wehre verhindert.

Schatz macht sich daher für eine Renaturierung der Bäche stark und wirbt gleichzeitig für das Pflanzen von Bäumen entlang der Gewässer, damit diese für Schatten sorgen. Dadurch erwärme sich das Wasser nicht so stark und die Verdunstung nehme ab. Das Herbstlaub der Bäume bilde die Nahrung für Kleinlebewesen, von denen sich später die Fische ernähren. Schatz befürchtet, dass es künftig häufig sogenannte Wolkenbrüche mit extremen Regenfällen gebe, aber dass das Regenwasser sehr schnell abfließe und den staubtrockenen Boden des Flussbetts mitsamt der Steine und Kiesel mit sich reißen. Danach würden die Bäche erneut trockenfallen, bis es wieder länger anhaltend regnet. Ganz ohne Auswirkungen sind die aktuelle Hitze und Trockenheit aber auch für die Fische nicht.

Die Katlenburger Angler müssen derzeit in einem ihrer Teiche das erwärmte Wasser mit einer Pumpe umwälzen, um den Sauerstoffgehalt zu erhöhen. Es fließt aktuell kein Wasser mehr aus dem darüberliegenden Teich zu, seitdem dieser nach einem Dammbruch abgelassen werden musste. Die Angler mussten 1000 Weißfische und Karpfen in den zweiten Teich umsetzen.

Und im Kiessee der Angelsportgemeinschaft Edesheim/Leinetal erwärme sich derzeit das Wasser im Uferbereich so sehr, dass es die kälteliebenden Forellen in die Mitte des Sees zieht, berichtet der Vorsitzende Thomas Kerl. In zehn Meter Tiefe herrschten dort aktuell Temperaturen von 12 bis 14 Grad.

„Im flacheren Wasser von Leine und Rhume finden die Kormorane leichter Beute“, berichtet der Katlenburger Angler Lillie. Die Kormoran-Bestände sind in der Region mit der Zunahme der Waschbären-Population übrigens deutlich zurückgegangen. Waschbären klettern auch in hohe Bäume und räumen die Nester der Kormorane leer. (zmc)

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