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Überfall auf Sparkasse in Höckelheim: Landgericht verurteilt Angeklagte zu mehrjährigen Freiheitsstrafen 

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Von: Heidi Niemann

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Diese Filiale der Kreis-Sparkasse Northeim in Höckelheim ist am 12. Januar überfallen worden. Archi
Diese Filiale der Kreis-Sparkasse Northeim in Höckelheim ist am 12. Januar 2022 überfallen worden. © Hubert Jelinek

Das Urteil zum Überfall auf Sparkassenfiliale Höckelheim ist am Mittwoch in Göttingen gefallen.

Göttingen/Höckelheim – Elfeinhalb Monate nach dem Banküberfall auf die Sparkassenfiliale in Höckelheim hat das Landgericht Göttingen zwei Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Ein einschlägig vorbestrafter 22-Jähriger aus Göttingen erhielt eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Der 20-jährige Mitangeklagte aus dem Kreis Hildesheim wurde zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Außerdem ordnete das Gericht seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Das Gericht entsprach den Anträgen der Staatsanwaltschaft sowie des Verteidigers des 20-Jährigen. Der Verteidiger des 22-Jährigen hatte dagegen auf Freispruch plädiert, weil nicht erwiesen sei, dass sein Mandant an der Tat beteiligt gewesen sei. Der 20-Jährige hatte ein Geständnis abgelegt. Seinen Angaben zufolge hatte der Mitangeklagte jedoch nichts damit zu tun. Der zweite Täter sei ein gewisser „Ali“ gewesen.

Nach Ansicht des Gerichts hat die Beweisaufnahme bestätigt, dass der 20-Jährige einer der beiden Bankräuber gewesen war, die am 12. Januar die Filiale in Höckelheim überfallen hatten.

Der 22-Jährige und der 20-Jährige hatten sich in der Jugendanstalt Hameln kennengelernt. Der 22-Jährige saß dort eine Jugendstrafe wegen zweier Überfälle auf Sparkassen in Göttingen und Friedland ab, der 20-Jährige war wegen diverser Raub- und Gewaltdelikte inhaftiert.

Als der 20-Jährige im Dezember 2021 freikam, holte ihn der 22-Jährige vor dem Gefängnis ab. Drei Wochen später hätten beide die „schwere Nummer“ in Höckelheim gedreht, sagte der Vorsitzende Richter Matthias Koller.

Dass auch der 22-Jährige bei dem Überfall dabei gewesen sei, ergebe sich auch aus Aufnahmen von Überwachungskameras sowie Fotos und Nachrichten auf den Handys der Angeklagten. Beide seien am Tag vor der Tat mit dem Auto des 22-Jährigen in Höckelheim die Straße entlanggefahren, die zur Sparkasse führt. Abends seien sie vermutlich mit einem Golf von Kassel erneut nach Höckelheim gefahren. Der Wagen sei gegen 23 Uhr von einer Hauskamera gefilmt worden.

Auf Videos ist zudem zu sehen, wie am nächsten Morgen zwei junge Männer auf die Bank zugehen, ein heller Golf fährt hinter ihnen her. Um 9.53 Uhr betreten die beiden Männer die Sparkasse, eineinhalb Minuten später verschwinden sie mit der Beute von 12 460 Euro. Aus Handy-Daten geht hervor, dass die Angeklagten um 13 Uhr wieder in Kassel in einer Pizzeria saßen.

Dritter Täter nicht ermittelt

Wer der dritte Täter war, der als Fahrer in dem Golf saß, sei ungeklärt geblieben, sagte der Vorsitzende Richter. Der 22-Jährige sei bei dem Überfall der Wortführer gewesen. Er habe die allein anwesende Bankmitarbeiterin mit einer Schusswaffe bedroht und die Herausgabe des Bargelds verlangt. Die Tat habe massive Folgen gehabt, sagte der Richter. Die Mitarbeiterin habe nach der Tat einen Zusammenbruch erlitten und sei mehr als sieben Monate lang arbeitsunfähig gewesen. Sie sei auch weiterhin psychisch erheblich beeinträchtigt.

 Als strafverschärfend wertete es das Gericht außerdem, dass der 22-Jährige bereits einschlägig vorbestraft ist. Derr Banküberfall in Friedland sei „nach dem gleichen Strickmuster“ abgelaufen. Sollte der Angeklagte noch einmal eine derartige Tat begehen, werde vermutlich zu überprüfen sein, ob er in Sicherungsverwahrung untergebracht werden müsse, warnte der Richter. (Heidi Niemann/pid)

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