Prozess vor dem Landgericht

Überfall mit Pfefferspray: Haftstrafen für Angeklagte aus Einbeck und Northeim

Statue der Justitia
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Vor dem Landgericht Göttingen sind zwei Männer schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden.

Das Landgericht Göttingen hat einen bereits vielfach vorbestraften 33-jährigen Mann aus Einbeck wegen besonders schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten verurteilt.

Göttingen / Northeim – Ein mitangeklagter 18-jähriger Northeimer, der auch bereits mehrfach straffällig geworden ist, erhielt zweieinhalb Jahre Jugendstrafe. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Angeklagten im Juni vergangenen Jahres drei Bewohner einer Wohnung in Göttingen angegriffen, verletzt und beraubt haben. Dabei kamen Pfefferspray und ein Schlagstock zum Einsatz.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte für den 33-Jährigen eine Gesamtstrafe von sechs Jahren und neun Monaten und für den 18-Jährigen eine Jugendstrafe von zwei Jahren und vier Monaten gefordert. Der Verteidiger des 33-Jährigen plädierte dagegen auf eine deutlich geringere Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren sowie die Unterbringung in einer Erziehungsanstalt.

Der Verteidiger des 18-Jährigen beantragte, lediglich einen Arrest anzuordnen. Ferner sollte seinem Mandanten die Weisung erteilt werden, zehn Termine Einzelcoaching zu absolvieren.

Der Vorsitzende Richter Michael Kalde verwies darauf, dass beide Angeklagte eine „schwierige Entwicklungsgeschichte“ und eine teilweise langjährige Drogenkarriere haben. Der 33-Jährige habe bereits 17 Eintragungen im Strafregister und mehrfach in Haft gesessen.

Auch der 18-Jährige habe sich bisher allen Hilfeleistungen verweigert. Aus erzieherischen Gründen gehe diesmal kein Weg an der Jugendstrafe vorbei, sagte der Richter. Der 18-Jährige habe sich in keinerlei Weise bemüht, einen guten Eindruck zu machen, im Gegenteil: „Alles geht hier rein und da raus.“

Als besonders schwerwiegend sei auch zu werten, dass die drei Überfallenen gute Freunde des 18-Jährigen gewesen seien und die betroffene Wohnungsinhaberin zu der Zeit schwanger war. Der 18-Jährige habe dies gewusst, da er zuvor selbst dort gewohnt habe. Als Grund für den Überfall hatten die Angeklagten angegeben, dass die Freunde dem 33-Jährigen ein Handy und Drogen gestohlen hätten. Tatsächlich habe der 33-Jährige sein Handy in deren Auto liegen lassen und sei sauer gewesen, dass diese es nicht gleich zurückgebracht hätten, so der Richter.

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