Instrument ist 160 Jahre alt

Umfassende Sanierung: Lutterhäuser Orgel bekommt alten Klang zurück

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Jetzt wird das Instrument komplett zerlegt: Orgelbauer Sebastian Sauer befindet sich im Gehäuse des 160 Jahre alten Instruments. 

Lutterhausen – Jetzt gibt es frischen Wind für die Lutterhäuser Orgel. Das historische Instrument aus der Göttinger Orgelwerkstatt von Carl Giesecke wird in den nächsten Monaten in Höxter für rund 140  000 Euro aufwendig saniert.

Die Orgelbaufirma Sauer & Heinemann soll dabei den ursprünglichen Klang aus dem Herstellungsjahr 1859/60 rekonstruieren.

Nachdem das Instrument in den vergangenen Wochen in allen Einzelheiten fotografiert und abgezeichnet wurde, beginnt jetzt der Abbau. Das achtköpfige Team des Orgelbauers ist derzeit dabei, die Orgel in ihre Einzelteile zu zerlegen und diese nach Höxter zu bringen. Dazu gehören 1000 Pfeifen in den verschiedensten Längen, die Windanlage und mehr.

Die Pfeifen werden nicht nur restauriert, sondern auch ergänzt. „Die Orgel wurde in den 1970er-Jahren umgebaut und nach dem damaligen Zeitgeist klanglich angepasst“, berichtete Geschäftsführer und Intonateur Thomas Heinemann. Die Veränderung soll im Zuge der Sanierung rückgängig gemacht werden. Der ursprüngliche Klang der Orgel werde rekonstruiert und wieder grundtöniger, gravitätischer und voller sein.

Damals entfernte Pfeifen können durch historische Bestände aus dem Katlenburger Orgelmagazin ersetzt werden. Außerdem werden Bretter, die damals als Deckel auf dem Orgelgehäuse angebracht wurden, wieder entfernt.

„Wenn alles gut läuft, kann die Orgel Weihnachten wieder in Lutterhausen erklingen“, sagte Thomas Heinemann, der mit seinem Kompagnon Sebastian Sauer beim Abbauen mit anpackt. „Es ist schön, dass die Orgel in den ursprünglichen Zustand versetzt wird“, sagte Pastor Horst Metje.

Die Finanzierung sei durch Zuschüsse möglich: So übernehme die Landeskirche 30 Prozent beziehungsweise 42 000 Euro. Die Klosterkammer gibt 10 000 Euro sowie die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Calenberg-Grubenhagensche Landschaft jeweils 5000 Euro hinzu. Der Rest soll von der Gemeinde aus Spenden finanziert werden und werde erst einmal aus den Rücklagen beglichen.

Die vor zwei Jahren begonnene Spendenaktion habe bereits über 7000 Euro erbracht. Wer noch spenden will, kann den Betrag mit dem Betreff „Orgel Lutterhausen“ auf das Konto des Kirchenamtes Northeim überweisen. Konten gibt es unter anderem bei der Kreis-Sparkasse Northeim (IBAN: DE25 2625 0001 0000 0238 87, BIC: NOLADE21NOM) und bei der Volksbank Solling in Hardegsen: IBAN DE86 2626 1693 0040 9200 00, BIC: GENODEF1HDG. 

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